| O-Tour: Sauser und Blatter Gesamtsieger |
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Die zweite Auflage des Obwaldner Mehretappen-Bikerennens O-Tour ging bei strahlendem Sonnenwetter und mit starken Teilnehmerfeldern über die Bühne ? obwohl am selben Wochenende auch die Europameisterschaften in Polen statt fanden. Den abschliessenden Marathon dominierten die selben Fahrer wie das Crosscountry-Rennen vom Samstag: Bei den Herren triumphierte Christoph Sauser vor Roel Paulissen und Thomas Frischknecht, bei den Frauen deklassierte Barbara Blatter ihre Konkurrentinnen auch auf der von ihr wenig geliebten Langstrecke ? auf die Plätze fuhren die Holländerin Elsbeth Vink und die Australierin Lisa Mathison. Trotz Hitze und harter Strecke Action von Anfang an Temperaturen um die 30 Grad, strahlender Sonnenschein und starke Teilnehmerfelder: Dies war die Affiche vor dem abschliessenden Marathon an der O-Tour 2004. Zudem versprach die Ausgangslage ein spannendes Rennen, denn die Abstände waren nach dem Crosscountry-Rennen vom Samstag gering. Im Rennen der Herren ging denn auch schon im ersten Aufstieg Richtung Melchtal mächtig die Post ab. Als erster wagte Langstrecken-Spezialist Thomas Spichtig einen Angriff, dem aber wenig Erfolg beschieden war: Zunächst konnte sich Spichtig zwar um rund zwanzig Sekunden vom Spitzenfeld absetzen, bis zum Kulminationspunkt war Spichtig aber bereits wieder eingeholt. Dafür legten nun Roel Paulissen und Christoph Sauser los: Die beiden Teamkollegen setzten sich mit einem Tempoforcierung von der Spitze ab. Derweil war Thomas Frischknecht froh, den Anschluss zu den vorderen Positionen wieder hergestellt zu haben. Denn ganz zu Beginn hatte der Routinier ungewohnte Startprobleme. Sauser und Paulissen hängten Konkurrenz mit Teamwork ab Obwohl Paulissen in der folgenden Abfahrt einen Abflug fabrizierte, konnte er wieder zu «Susi» aufschliessen. Zusammen sorgten die beiden Teamkollegen für ein Höllentempo im coupierten Mittelteil der Marathon-Strecke. Als der Ansteig hinauf zur Schrotenegg begann, warnte Sauser seinen Teamkollegen, dass es von nun an über eine Stunde am Stück bergan gehe ? worauf Roel Paulissen sein eigenes Tempo fuhr und Sauser davon ziehen liess. Bis ins Ziel in Sarnen fuhr dieser auf seinen belgischen Teamkollegen, der im Ziel über schlechte Beine klagte, noch fast drei Minuten Vorsprung heraus. «Das einzige Problem war heute, dass ich wegen des Motorrades vor mir bergab nicht volles Tempo fahren konnte», meinte ein gutgelaunter Sauser im Zielraum. Leuchs unglaubliche Aufholjagd nach dem Platten Über zehn Minuten nach dessen Zieldurchfahrt kam es zwischen Thomas Frischknecht und Kashi Leuchs zum Sprint um Rang Drei. Obwohl sich «Frischi» sicher durchsetzen konnte, ging der dritte Rang in der Gesamtwertung der O-Tour an den Neuseeländer. Entsprechend euphorisch war Leuchs im Ziel, denn nach einem Platten in der ersten Abfahrt war er weit zurück gefallen und hatte den zweiten, langen Anstieg auf Rang Neunzehn in Angriff genommen. «In diesem Anstieg lief es mir aber sensationell, ich konnte von oben bis unten mein Maximum geben, flog an den anderen geradezu vorbei und fuhr mich so in ein mentales Hoch. Als ich nach der Abfahrt vor mir ein oranges Trikot ausmachen konnte, wusste ich, dass Thomas und damit der Dritte Rang in der Gesamtwertung in Griffweite gerückt war. Ich habe dann noch versucht, ihn in der Anfahrt zum Zielgelände mit einem Antritt zu überraschen, um einen Sprint zu vermeiden ? letztlich reichte es aber, an seinem Hinterrad ins Ziel zu kommen.» Vorsichtige Abfahrt kostete «Frischi» Podestplatz Frischknecht selbst hatte den möglichen dritten Platz in der Gesamtwertung der O-Tour vor allem in der Abfahrt von der Schrotenegg hinunter nach Alpnach vergeben: «In dieser Abfahrt habe ich auch im Hinblick auf Athen nichts riskiert und in Kauf genommen, dass von hinten der eine oder andere aufschliessen kann. Allerdings hatte ich nach Kashi's Defekt eher Sandro Späth oder Thomas Spichtig am Hinterrad erwartet. Als der Neuseeländer aufschloss, war es zu spät, um nochmals davon zu ziehen. Der Fahrplan für Athen stimmt aber, und nächste Woche werde ich mit Ralph Näf in der Toskana trainieren.» Blatter auch auf der Langstrecke unangreifbar Weit weniger spannend verlief das Rennen der Damen: Bereits im ersten, langen Anstieg gelang es Barbara Blatter, sich von ihren schärfsten Konkurrentinnen abzusetzen. Bis zum Kulminationspunkt betrug ihr Vorsprung auf Elsbeth Vink bereits fünf Minuten, der Rest lag noch weiter zurück. Trotz ihres Respekts vor Langstrecken-Rennen, die ihr aus mentalen Gründen eigentlich überhaupt nicht liegen, fuhr Barbara Blatter einem ungefährdeten Sieg entgegen. Und nahm dabei kein bisschen Gas weg: Im Ziel betrug ihr Vorsprung auf die Zweitklassierte über 24 Minuten ? eine halbe Ewigkeit. Wer weiss, vielleicht schlägt Barbara «Frischi» nach und geht noch auf Trophäen-Jagd bei Langstrecken-Rennen. Vorläufig hat für die Bülacherin die «olympische Distanz aber ganz klar Priorität», also die gewöhnlichen Langstrecken-Rennen. O-Tour 2004, Marathon 78.5km mit 2'995 Höhenmeter Klassement Herren Elite: 1. Christoph Sauser, Sigriswil, Siemens Mobile-Cannondale, in 3:51.17 Stunden 2. Roel Paulissen, BEL, Siemens Mobile-Cannondale, + 2.40 3. Thomas Frischknecht, Feldbach, Swisspower MTB-Team, + 10.22 4. Kashi Leuchs, NZL, Bianchi-Agos, + 10.23 5. Frédéric Frech, FRA, Univega Pro Cycling Team, + 12.23 6. Sandro Späth, Muttenz, Papival-BMC-DSR, + 12.31 7. Bruno Schnider, Flühli, Univega Pro Cycling Team, + 15.24 8. Thomas Zahnd, Mühlethurnen, Team Stöckli, + 16.31 9. Ueli Niederhauser, Liedertswil, Rocky Mountain-Business Object, + 17.25 10. Simon Richli, Osterfingen, Rocky Mountain-Business Object, + 17.42 Klassement Damen Elite: 1. Barbara Blatter, Bülach, Specialized International, in 4:44.34 Stunden 2. Elsbeth Vink, NED, Domo-Farm Frites-Exact Software, + 24.23 3. Lisa Mathison, AUS, Ghost International, + 26.58 4. Robyn Wong, NZL, Scott New Zealand, + 32.50 5. Bernardine Boog-Rauwerda, NED, Exact Software, + 42.02 Gesamtklassement O-Tour 2004 Herren Elite: 1. Christoph Sauser, Sigriswil, Siemens Mobile-Cannondale, in 5:20.57 Stunden 2. Roel Paulissen, BEL, Siemens Mobile-Cannondale, + 5.01 3. Kashi Leuchs, NZL, Bianchi-Agos, + 10.41 4. Thomas Frischknecht, Feldbach, Swisspower MTB-Team, + 11.29 5. Frédéric Frech, FRA, Univega Pro Cycling Team, + 15.34 6. Sandro Späth, Muttenz, Papival-BMC-DSR, + 16.07 7. Simon Richli, Osterfingen, Rocky Mountain-Business Object, + 21.24 8. Thomas Zahnd, Mühlethurnen, Team Stöckli, + 22.42 9. Ueli Niederhauser, Liedertswil, Rocky Mountain-Business Object, + 23.06 10. Bruno Schnider, Flühli, Univega Pro Cycling Team, + 23.42 Damen Elite: 1. Barbara Blatter, Bülach, Specialized International, in 5:56.21 Stunden 2. Elsbeth Vink, NED, Domo-Farm Frites-Exact Software, + 25.06 3. Lisa Mathison, AUS, Ghost International, + 30.42 4. Robyn Wong, NZL, Scott New Zealand, + 40.10 5. Bernardine Boog-Rauwerda, NED, Exact Software, + 46.50 6. Sandy Kunz, Häuslenen, TG Hütten-Coop City-Price, + 1:08.32 7. Fabienne Niederberger, La Tour de Treme, Vaucher Winner Team, + 1:28.51 Die Resultate aller Kategorien sind zu finden unter: www.sport-timing.at www.o-tour.ch |
Meldung vom 01. August 2004 (Autor: red ) |







