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Minnaar gewinnt in Fort William vor Gracia
Der Auftakt zum Downhill-Worldcup in Fort William wurde zum Wochenende der amtierenden Weltmeister. Anders als im 4-Cross, wo sich die Favoriten reihenweise durch Stürze verabschiedeten, setzten sich in Schottland mit den amtierenden Weltmeistern die Favoriten durch. Nach Anne-Caro Chausson bei den Damen siegte der Südafrikaner Greg Minnaar bei den Herren - vor Cedric Gracia und Sam Hill. Claudio Caluori erreichte als bester Schweizer Rang 19.



Vazquez Bestmarke als Härtetest

Eigentlich hätten bloss die achtzig Schnellsten des Zeittrainings in Fort William an den Start rollen sollen, aber laut Reglement sind auch die zwanzig Schnellsten des vorangegangenen Laufs im UCI-Worldcup qualifiziert. So kam es, dass David Vazquez bereits als zweiter auf die permanente Strecke in Fort Bill geschickt wurde. Der Spanier legte gleich mal eine so gute Zeit hin, dass sich drei Viertel der Starter die Zähne daran ausbissen. Für Vazquez hiess das, viel Zeit im Hot Seat zu verbringen: Am Ende reichte es dem Spanier zu Rang Elf. Zu den wenigen, die Vazquez' Zeit toppen konnten, gehörten Justin Havukainen und der Titelverteidiger im Worldcup, Nathan Rennie. Der Australier schien gute Chancen auf eine Podiumsplatzierung zu haben, denn er setzte sich mit vier Sekunden Vorsprung an die Spitze.



Minnaar liess die Honda auf Anhieb fliegen

Schien, denn als die Zwischenzeit des Weltmeisters gemeldet wurde, stockte den Zuschauern der Atem: Greg Minnaar war auf seinem futuristischen Honda-Downhillhobel im oberen Streckenteil um unglaubliche sechs Sekunden schneller als Rennie. Diesen Vorsprung hielt der junge Südafrikaner bis ins Ziel, womit er es sich im Hot Seat bequem machen durfte. Oben standen bloss noch die fünf Schnellsten der Qualifikation, und so kam Unruhe in die Zuschauermassen. Schliesslich waren im Zeittraining zwei der drei Schnellsten Briten gewesen: Steve Peat und Gee Atherton.



Die Schnellsten scheiterten an Minnaars Vorgabe

Nachdem Fabien Barel und Sam Hill hinter Minnaar geblieben waren, stach mit «Gee» Atherton die erste Trumpfkarte der Gastgeber nicht. Auch Cedric Gracia konnte die Zeit des Weltmeisters nicht toppen, setzte sich aber immerhin auf Rang Zwei des Zwischenklassements. Nun hatte Peat es also in der Hand, am Gedenktag der Landung in der Normandie für ein Fest der Briten zu sorgen. Aber schon bei der Zwischenzeit fehlten ihm drei Sekunden auf die Bestzeit, und im Ziel leuchtete dann hinter seiner Zeit eine Vier auf: Genau so viele Hundertstel fehlten Peat auf den Drittplatzierten. Damit stand das Podium fest, und Greg Minnaar bescherte Honda gleich im ersten Worldcup-Rennen den ersten Sieg - ein toller Einstand für das futurischste Downhillbike, das wie ein Trial-Motorrad ohne Motor aussieht.



Schweizer fahren der Weltelite hinterher

Die Schweizer tauchten in Fort Bill, sofern sie überhaupt am Start waren, auf der Rangliste erst weiter hinten auf: Claudio Caluori war wieder einmal schnellster Ridegenosse. Allerdings landete der nach zwei Trainingsstürzen vorsichtig fahrende CC (vgl dazu Beitrag «Schottenröckli» in der Rubrik Caluori's Geheimnisse) nur auf Rang 19, womit er Markus Klausmann (14.)den Vorrang als schnellstem deutschsprachigen Fahrer lassen musste. Damien Mermoud, die Nummer Zwei der Schweizer Abfahrer, erreicht bloss Rang 35. Als dritter Schweizer am Start, fuhr Thomas Ryser auf Rang 37.



Damit setzt sich die Saison 2003 fort: Die Schweizer Downhill-Elite schafft es nicht unter die besten 15 der Welt, wäre da nicht Marielle Saner mit regelmässigen Spitzenplatzierungen. Schweizer Hoffnungsträger sind die schnellen Jungfahrer wie die Gebrüder Beer oder ein Lars Peyer, die allerdings in Schottland nicht am Start waren. Anzumerken bleibt allerdings, dass der Australier Sam Hill, sicherlich ein Ausnahmetalent, auch gerade mal erst 19-jährig ist.



Dominiert wird der Downhill-Sport derzeit von Franzosen und Australiern, während in Fort William traditionell auch die Briten weit vorne rein fuhren. So wurden die ersten zehn Plätze ausschliesslich an diese drei Staaten vergeben - mit Ausnahme des Siegers, der die Flagge Südafrikas hochhielt.



UCI-Woldcup Downhill, Lauf 1 in Fort Willam

Herren Elite:


1. Greg Minnaar, RSA, Team G-Cross Honda, in 4:10.24

2. Cedric Gracia, FRA, Siemens Mobile Cannondale + 3.36

3. Sam Hill, AUS, Madcatz-Iron Horse, + 3.89

4. Steve Peat, GBR, Team Orange-Royal Racing, + 3.93

5. Mickael Pascal, FRA, Maxxis-MSC, + 4.60

6. Nathan Rennie, AUS, Madcatz-Iron Horse, + 6.38

7. Fabien Barel, FRA, Kona-Clarks Factory-Les Gets, + 6.88

8. George «Gee» Atherton, GBR, Muddy Fox Racing, + 8.92

9. Justin Havukainen, AUS, Yeti-Oakley, + 10.23

10. Marc Beaumont, GBR, Team Orange-Royal Racing, + 10.52

11. David Vazquez Lopez, ESP, Maxxis-MSC, + 11.83

12. Dustin Adams, CAN, Giant International, + 12.42

13. Pascual Canals Flix, ESP, Norco-Planet X, + 14.97

14. Marcus Klausmann, GER, Ghost International, + 15.65

15. Crawford Carrick-Anderson, GBR, Santa Cruz-Fox, + 15.7

16. Markolf Berchtold, BRA, Maxxis-MSC, + 16.12

17. Matti Lehikoinen, FIN, Orange, + 16.21

18. Daniel Atherton, GBR, Muddy Fox Racing, + 16.62

19. Claudio Caluori, SUI, Be One / Madhouse, + 16.91

20. Justin Leov, NZL, Suspension Center, + 17.12

Ferner die Schweizer:

35. Damien Mermoud, SUI, Val Cycle-Giant, + 21.34

38. Thomas Ryser, SUI, Thömus DH, + 22.46

www.velonews.com
www.bike-guide.com

Meldung vom 07. Juni 2004 (Autor: red )
 

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