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Marathon-WM: Dahle, De Bertolis gewinnen
In Österreich, genauer im Salzkammergut, fanden am Sonntag die UCI-Weltmeisterschaften im Bike-Marathon statt. Und prompt gibts zwei neue Gesichter im Regenbogentrikot: Bei den Damen deklassierte Gunn-Rita Dahle die Konkurrenz um zwanzig und mehr Minuten. Als zweite erreichte Irina Kalentieva das Ziel, vor der Slowenin Blaza Klemencic, die Schweizerin Andrea Huser Bronze wegschnappte. Bei den Herren profitierte Massimo de Bertolis von einer starken Teamleistung der Azzurri, die in der Spitzengruppe Thomas Dietsch und Bart Brentjens düpierten. Als bester Ridegenosse wurde Sandro Späth Elfter.



Die Organisatoren der zweiten Marathon-Weltmeisterschaften im Salzkammergut hatten die traditionelle «Trophy»-Strecke eigens für die Titelkämpfe neu konzipiert: So wartete eine technisch verschärfte Runde auf die Teilnehmenden. Weil der «Schnürlregen» aber erst mit dem Startschuss nachliess, wurde aus einer verschärften eine stellenweise kaum noch fahrbare Strecke: Wiesenabfahrten präsentierten sich als tiefe Schlammfelder, weil bereits am Samstag die grossen Teilnehmerfelder der Fun-Kategorien sowie der nationale Rennserie über die Strecke geschickt worden waren ? und entsprechende Spuren hinterlassen hatten. Die Resultate zeigen aber, dass von einem Zufallssieger keine Rede sein kann.



Dahle überlegen, Schweizerinnen zu dritt in Top Ten

Beim Titelrennen der Frauen beschränkte sich die Spannung vor allem auf den Kampf um die Plätze Zwei und Drei. Zu überlegen fuhr vorne Gunn-Rita Dahle der Konkurrenz auf und davon. Bis zum dritten Kontrollpunkt war ihr die Italienerin Elena Giacomuzzi noch am dichtesten auf den Fersen, doch dann wurde sie durch einen Defekt zurück gebunden. In der Folge lieferten sich Irina Kalentieva und die überraschende Slowenin Blaza Klemencic einen spannenden Kampf um die Silbermedaille. Dahinter arbeitete sich Andrea Huser im Verlauf des Rennens beharrlich nach vorne, doch zur Bronzemedaille fehlten ihr im Ziel zwei Minuten. Mit Daniela Louis und Dolores Mächler-Rupp als Sechste und Siebte konnten sich zwei weitere Schweizerinnen in den Top Ten platzieren, Fabienne Heinzmann erreichte Bad Goisern auf Rang Sechzehn.



Italiener zermürbten das Duo Dietsch / Brentjens

In Abwesenheit des Titelverteidigers Thomas Frischknecht zeigten sich bei den Herren zwei grosse Namen von Anfang an in der Spitzengruppe: Bart Brentjens und Thomas Dietsch. Doch auch Thomas Spichtig und Sandro Späth mischten zu Beginn an der Spitze mit. Nach 45 Kilometern lagen die ersten Zehn noch immer innerhalb von bloss zehn Sekunden, dafür waren Spichtig und Späth schon leicht zurück gefallen. In der Folge zündeten die Italiener, die vier der zehn Spitzenfahrer stellten, ihr Feuerwerk und zermürbten mit abwechselnden Angriffen die beiden Topfavoriten Thomas Dietsch und Bart Brentjens. Thomas Spichtig musste in dieser Rennphase wegen eines Plattens das Rennen aufgeben. Schliesslich war es Massimo de Bertolis, der vom italienischen Teamwork profitieren und den Weltmeistertitel holen konnte. Den beiden Favoriten Dietsch und Brentjens blieben bloss Silber und Bronze.



Als Elfter verpasste Sandro Späth eine Klassierung in den Top Ten um bloss 40 Sekunden. Dennoch zeigte er sich nach dem Rennen mit dem Resultat zufrieden, zumal das feuchtkalte Wetter ihm überhaupt nicht liege. Als zweitschnellster der Ridegenossen fuhr der Grenchner Pascal Cattin auf Rang Neunzehn. Entgegen der Saisonplanung wurde Ralph Näf im Salzkammergut nicht gesichtet: Der amtierende Europameister im Cross Country scheint sich kurzfristig gegen einen Start an der Marathon-WM entschieden zu haben.



UCI-Marathonweltmeisterschaften 2004, Bad Goisern / Salzkammergut

Resultate Herren, 105.69km (196 Klassierte):


1. Massimo De Bertolis, ITA, in 4:37.31 Stunden

2. Thomas Dietsch, FRA, + 2.19

3. Bart Brentjens, NED, + 2.37

4. Martin Kraler, AUT, + 3.51

5. Dario Acquaroli, ITA, + 4.44

6. Marzio Deho, ITA, + 6.00

7. Stefan Sahm, GER, + 10.36

8. Alban Lakata, AUT, + 11.15

9. Karl Platt, GER, + 11.47

10. Carsten Bresser, GER, + 12.23

11. Sandro Späth, SUI, + 13.03

19. Pascal Cattin, SUI, + 18.15

27. Reto Manetsch, SUI, + 23.32

32. Christian Heule, SUI, + 26.50


Resultate Damen, 105.69km (38 Klassierte):

1. Gunn-Rita Dahle, NOR, in 5:28.12 Stunden

2. Irina Kalentieva, RUS, + 19.43

3. Blaza Klemencic, SLO, + 21.32

4. Andrea Huser, SUI, + 23.33

5. Doris Posch, AUT, + 27.17

6. Daniela Louis, SUI, + 32.35

7. Dolores Mächler-Rupp, SUI, + 33.53

8. Martina Deubler, AUT, + 37.58

9. Sue Haywood, USA, + 40.18

10. Anna Ferrari, ITA, + 40.45

16. Fabienne Heinzmann, SUI, + 55.32

www.trophy.at


Meldung vom 11. Juli 2004 (Autor: red )
 

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