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Kugler und Graf verlassen Felt

Mit viel Getöse ist im vergangenen Jahr das Felt-Team aus der Taufe gehoben worden. Doch kaum hat die Saison richtig begonnen, steht der Rennstall auf schwachen Beinen. Soeben haben die beiden Schweizer Andreas Kugler und Jürg Graf das Team verlassen weil die versprochenen Lohnzahlungen nicht erfolgt sind und Materialleistungen nicht erfüllt wurden. Zuvor hat das Team den Neuseeländer Kashi Leuchs suspendiert und Miguel Martinez fristlos entlassen.



Mit den zahlreichen Abgängen steht das Team Felt heute weitgehend ohne namhafte Leistungsträger da. Noch gehen Emil Lindgren und Blaza Klemencic für die Mannschaft ins Rennen, doch die Garanten für gute Resultate waren Graf, Kugler, Martinez und Leuchs.



Gegenüber der Zeitschrift Bike Sport News erklärte Kugler seinen Abgang: «Das Geld ist ein Problem, das Material ein anderes. Ich habe einen anderen Vorbau bestellt und nicht bekommen. Die versprochenen Sättel sind auch nicht da, und von Powerbar haben wir noch nichts gesehen». Hauptgrund für den Abgang seien aber die ausstehenden Lohnzahlungen. Beim Weltcuprennen am kommenden Sonntag in Houffalize werden beide Fahrer bereits nicht mehr für Felt starten. Zur Zeit sind sie auf der Suche nach einem neuen Team beziehungsweise einer Übergangslösung.



Noch deutlicher geht Kashi Leuchs gegen sein ehemaliges Team vor und zieht die Teamleitung vor den Richter. Teammanager Antonio Brozzu hat ihn suspendiert weil er zu spät ins Trainingslager nach Südafrika angereist sei, weil er «Pflichten dramatisch verletzt» habe und weil er nicht in Form sei. Das Weltcuprennen in Offenburg musste er am Streckenrand als Zuschauer beobachten.



Zum Eclat kam es aber schon einige Tage zuvor als die Teamleitung Miguel Martinez fristlos entlassen hat. Der Grund war ein Gerichtsurteil, das Martinez wegen Gewalt an seiner damaligen Ehefrau verurteile. In Anbetracht der scheinbar heiklen finanziellen Situation des Teams erscheint der Rauswurf von Martinez in neuem Licht und das Gerichtsurteil als Vorwand, schnell und einfach einen «Budgetposten» los zu werden. Dem Teammanagement sollte bekannt gewesen sein, dass Martinez angeklagt war und vor Gericht stand – ansonsten das Anstellungsverfahren ziemlich blauäugig und unprofessionell erfolgt sein muss. Aber das passiert sogar dem Schweizer Bundesrat bei der Einstellung vom Chef der Armee...



Eines bleibt dem Team Felt auch ohne Kugler, Graf, Leuchs und Martinez: Der grösste Teamtruck im Mountainbikesport. Viel Schein, wenig Sein?






Meldung vom 29. April 2009 (Autor: red )
 

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