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K-Tipp blamiert sich mit Tipps zum Velokauf

Das Konsumentenmagazin K-Tipp nimmt sich in seiner aktuellen Ausgabe 6-09 dem Velokauf an. Was als Orientierung für kritische Velokäufer gedacht ist, zeichnet sich in erster Linie durch mangelhafte Sachkenntnis aus.



Pünktlich zum Beginn der Velosaison bietet der K-Tipp seinen Lesern eine Kaufhilfe für den nächsten Gang ins Velofachgeschäft an. Kritisch wie immer, wenn das Konsumentenmagazin irgendwo hohe Verkaufspreise zu Lasten der Kunden vermutet, stellt der K-Tipp fest, dass der Markt im Velohandel kaum spielt und sich die Fachhändler praktisch ausnahmslos an die Verkaufspreisempfehlungen der Hersteller halten. Vom Velohändler Thomas Risch und «Ride-Business»-Chefredaktor Urs Rosenbaum lässt sich der K-Tipp auch bestätigen, dass viele Velos in der Technik von einer Saison zur anderen kaum ändern.



Im nachfolgenden Vergleich untermauert der K-Tipp diese Feststellungen mit zwei Beispiel-Velos von Canyon, deren letztjähriges Modell um einen Drittel billiger ist als das aktuelle Modell. Dabei unterschlägt das Magazin aber, dass es sich um Liquidationspreise mit Rabatt handelt, die der Beispielhändler gewährt. Dass es im Handel üblich ist, Einzelstücke, die nicht mehr in allen Grössen erhältlich sind, zu reduzierten Preisen anzubieten, verschweigt der K-Tipp ebenfalls. Dem Leser wird dadurch suggeriert, die aktuellen Velos hätten bei praktisch identischer Ausstattung grundlos aufgeschlagen. Der Rat, nach letztjährigen Modellen zu Fragen, wird ohne den Hinweis erteilt, dass Schnäppchenjäger nicht davon ausgehen können, ihr Wunschmodell überall in der passenden Grösse mit massivem Preisabschlag zu finden.


Unbrauchbare Tipps in der Kaufberatung

Während der K-Tipp im Hauptartikel einfach Fakten verschweigt, vermittelt er in den Kauftipps Informationen, die schlichtwegs falsch sind. So schreibt das Magazin beispielsweise, dass an allen Velos kleinere Räder nachgerüstet werden können, was mehr Stabilität bringen soll. Fehlerhaft ist auch die Faustregel, wonach die korrekte Rahmengrösse ermittelt werden kann, indem die Schrittlänge in Zentimetern durch vier geteilt werden kann, um die passende Rahmenhöhe in Zoll zu erhalten.



Grundsätzlich ist es lobenswert, wenn ein Konsumentenmagazin seine Leser mit Zusatzinformationen zum Velokauf versorgt. Nur sollten diese korrekt und umfassend sein. Auf die Art, wie es der K-Tipp aktuell betreibt, sorgt er mehr für Missverständnisse bei Laien, die von Branchenfachleuten wieder zeitaufwendig geklärt werden müssen.


Meldung vom 27. März 2009 (Autor: red )
 

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