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Italienischen Teileherstellern geht die Luft aus |
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Vielleicht meldet sich schon bald der Artenschutz: Die Italienische Veloindustrie kämpft immer mehr ums Überleben. Der globalisierte Markt machte in den letzten Jahren den Velo- und Teileherstellern aus unserem südlichen Nachbarland immer mehr zu schaffen. Einen dramatischen Höhepunkt erlebte das Ringen in den letzten Wochen. Mit Selcof und ITM gaben gleich zwei namhafte italienische Komponentenhersteller auf.
Im Rennvelosegment gehörte Italmanubri – kurz ITM – bis zum Schluss zu den angesehensten Marken, und zahlreiche Rennprofis vertrauten auf ihre Lenker, Vorbauten, Sattelstützen und Gabeln. Vergangene Woche meldete ITM ihr nahes Ende. Man wolle in den kommenden Wochen noch ausstehende Bestellungen ausliefern und das Lager abbauen. Dann werde die Firma liquidiert. Bereits kümmert sich ein Nachlassverwalter um die Werte von ITM. Dazu gehört auch der Markenname, für den ebenfalls ein Käufer gesucht werden soll.
Bereits verkauft ist der Sattelstützenhersteller Selcof. Die Marke wurde vor zwei Wochen durch die Landsleute der Rivolta Group übernommen. Rivolta ist europaweit als Teilehändler aktiv, unter anderem mit seiner Eigenmarke Areo, die zu einem grossen Teil in Fernost gefertigt wird. Selcof wird unter dem Dach von Rivolta wohl als Edelmarke weiterbestehen, die Produktion in Italien ist aber mit grösster Sicherheit Geschichte.
Grosse Preise, kleine Innovationen
Warum sie aufgeben mussten, nannten die beiden Komponentenhersteller nicht. Ein Blick auf die Velos der letzten Jahre zeigte aber, dass immer die italienischen Firmen stetig Marktanteile zu Gunsten internationaler Marken wie Ritchey oder FSA verloren haben. Höhere Preise als die Konkurrenz mit Fertigung in Fernost dürften dafür genauso verantwortlich sein wie die wenigen technischen Trends, welche italienische Entwickler in den letzten Jahren setzen konnten. Nebst ITM und Selcof ächzten auch schon andere italienische Hersteller unter dem Marktdruck. Gruppo Spa verkaufte im letzten Jahr denTraditionsnamen 3T an einen Holländer, um mit dem Erlös die verbleibenden Marken Cinelli und Columbus aufzupeppen. Und der Lenkerhersteller Modolo schloss an der letzten Eurobike eine enge Zusammenarbeit mit dem deutschen Mitbewerber Humpert. |
Meldung vom
19. Juni 2008
(Autor:
red )
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