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Iron Bike: Letztes Profi-Rennen von Hochstrasser
Drei Mal hat Thomas «Hooch» Hochstrasser das «Iron Bike Race» in Einsiedeln schon gewonnen. Nach einer von gesundheitlichen Problemen durchzogenen Saison nimmt der Hagendorner bei seinem Heim-Marathon Abschied vom Profi-Bikezirkus: Denn Ende Saison wird er seine lange Karriere beenden. Wer «Hooch» kennt, weiss, dass er auch im letzten Rennen mit Ambitionen startet. Im Interview mit der Pressebeauftragten des Renn-OKs, Marlies Mathis, blickt Hochstrasser auf seine Karriere zurück - und in seine Zukunft als freeride-begeisterter Hobbybiker.



Am 28. September steigt die siebte Austragung des «Iron Bike Race» in Einsiedeln. Für den dreifachen Sieger Thomas Hochstrasser wird dieses Rennen ein ganz spezielles, ist es doch das letzte seiner Profi-Karriere. Während der soeben zu Ende gegangenen Bike-Weltmeisterschaften in Lugano-Monte Tamaro konnten die Daheimgebliebenen bereits ein weiteres Talent des sympathischen Zugers entdecken: «Hooch» führte als kompetenter Co-Kommentator durch die Live-Übertragung des Schweizer Fernsehens. Weiteres zu seiner Person, seiner langen Karriere und seinen Plänen für das Leben nach der Profi-Karriere verrät Hochstrasser im folgenden Interview.



Steckbrief: Thomas «Hooch» Hochstrasser

Alter: 27 Jahre

Sternzeichen: Krebs

Zivilstand: ledig

Wohnort: Hagendorn (ZG), bald Unterägeri

Beruf/Tätigkeit: noch bis zum Iron Bike Race Profibiker

Sponsor: Red Bull, Giant, SRAM und Odlo als Ausrüster

Hobbys: Snowboarden, Schneeschuhlaufen, gut Essen und Biken


Frage: Seit wann bist Du Biker, und wann hast Du erstmals eine Lizenz gelöst?

«Hooch»: Ich bike seit 1991 und habe seit 1992 eine Lizenz. Profi bin ich seit sechs Jahren.


Frage: Weshalb hast Du gerade Biken und nicht eine andere Sportart als Hobby gewählt?

«Hooch»: Ich kann mich aus eigener Krft in der freien Natur bewegen. Das und die Technik des Bikes, welche es ermöglicht, steile Aufstiege und Abfahrten zu bewältigen, fasziniert mich am meisten.


Frage: Welche Rennen hast Du dieses Jahr schon absolviert und welche Ränge belegt?

«Hooch»: Gesundheitshalber habe ich nur im Frühling einige Rennen bestritten. Das Iron Bike Race ist das letzte Rennen meiner Profi-Karriere. Sicher werde ich hobbymässig noch viel Biken, aber nur zum Spass und ohne grosse Ziele.


Frage: Was hast Du sportlich schon alles erreicht?

«Hooch»: Das Marathon-Rennen von Lugano am letzten Wochenende war meine elfte Teilnahme an Weltmeisterschaften. Seit ich Junior war, habe ich alle Titelwettkämpfe bestritten. Ich habe auch an den olympischen Spielen von Sydney teilnehmen können. Während all dieser Jahre habe ich eine Medaille an den Weltmeisterschaften und zwei an Europameisterschaften gewonnen.


Frage: Erinnerst Du Dich an Dein schönstes und Dein negativstes Erlebnis während Deiner Zeit als Bikerennfahrer?

«Hooch»: Das schönste waren für mich klar die olympischen Spiele von Sydney, allein schon dass ich mich dafür qualifizieren konnte. Schlecht war es für mich persönlich, weil ich ausgerechnet einige Tage vor dem Wettkampf eine Lungenentzündung aufgelesen habe. Zudem geht man im olympischen Dorf als ?No-Name-Man? einfach unter. Die Betreuer stürzen sich regelrecht auf die bekannten Athleten, damit sie vielleicht auch für einige Sekunden im Fernsehen erscheinen.


Frage: Welches ist Dein nächstes sportliches Ziel?

«Hooch»: Wie gesagt, das Iron Bike Race bildet den Abschluss meiner Karriere. Sicher werde ich auch in Zukunft wieder mitfahren, aber dann in der Fun-Kategorie.


Frage: Und im privaten, respektive beruflichen Bereich?

«Hooch»: Privat läuft alles bestens. Im beruflichen Bereich bin ich mich seit längerer Zeit am Orientieren, aber die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse machen die Sache nicht einfach.


Frage: Du hast mitgeteilt, dass das Iron Bike Race Dein letztes Rennen als lizenzierter Fahrer sei. Weshalb hörst Du damit auf?

«Hooch»: Seit zwölf Jahren fahre ich Bikerennen, war seit 1997 in internationalen Bike-Teams aktiv, und nach dieser Saison war für mich einfach keine Steigerung mehr in Sicht. Ich habe mich jahrelang dem Sport gewidmet und mich dabei häufig am Leistungsmaximum bewegt. Als Asthmatiker habe ich im Frühjahr stets Probleme mit dem Atmen. Der Aufwand, den ich dann jeweils betreiben muss und die kurze Saison, die noch übrig bleibt, stehen in keinem Verhältnis mehr. Ich kann mich aber wirklich nicht beklagen, was ich über all die Jahre alles erreicht habe.


Frage: Hast Du nicht das Gefühl, es könnte Dir dann etwas fehlen? Oder hast Du bereits etwas anderes gefunden, das Dir ein ähnliches oder ein «Ersatz-Feeling» bieten könnte?

«Hooch»: Mir wird gewiss etwas fehlen, dafür habe ich jetzt bald freie Wochenenden: Das war für eine feste Beziehung auch nicht immer einfach. Ich geniesse nun die Weekends.

Das «Ersatz-Feeling» hole ich auf meinem Freeride Bike, das kann man mir glauben! Oder man kann meine Freunde von den «Trailriders» fragen ...


Frage: Was reizt Dich, nach Deinen drei Siegen ein weiteres Mal am «Iron Bike Race» in Einsiedeln teilzunehmen?

«Hooch»: Hab ich wirklich schon drei Mal gewonnen?! Dann ist es ja höchste Zeit damit aufzuhören! Nein im Ernst, ich habe es ja schon oft gesagt und sage es immer wieder: Das «Iron Bike Race» liegt für einen lizenzierten Fahrer vom Datum her am besten. So kann ich gegen Ende der Saison an einem Marathon teilnehmen, ohne dadurch meine Saisonplanung irgendwie zu gefährden.


Frage: Bereitest Du Dich speziell darauf vor? Du hast ja jetzt noch drei Wochen Zeit.

«Hooch»: Ich werde mich schon fit halten, habe aber am 78-Kilometer-Marathon in Lugano gemerkt, dass ich immer noch sehr kraftlos bin.

Wahrscheinlich werde ich während der letzten Kilometer einige Tränen vergiessen: Die Jahre als Profi waren halt doch eine schöne, wenn auch entbehrungsreiche Zeit...


Frage: Könntest Du bitte denjenigen Fahrern, die zum ersten Mal am «Iron Bike Race» teilnehmen, einige Tipps zur Vorbereitung (vielleicht etwas spät) oder auch zum Verhalten während des Rennens geben, damit sie ein möglichst positives Erlebnis oder gar einen Erfolg mit nach Hause nehmen können?

«Hooch»: Fürs Rennen von Einsiedeln soll sich jeder auf seine eigene Art motivieren. Für mich persönlich war es jeweils ein ganz spezieller Ansporn, möglichst schnell den Berg hochzufahren, um dann einen völlig anderen Ausblick zu geniessen, als ich ihn noch vor zwanzig Minuten hatte.


Frage: Kannst Du Dich noch kurz zum «Iron Bike Race» bezüglich Organisation, Strecke, Betreuung, Verpflegung und Atmosphäre äussern?

«Hooch»: Für mich ist es ein einwandfreies, gut organisiertes Rennen. Die Zuschauer und Helfer am Streckenrand freuen sich fast wie die Rennfahrer, dass das Rennen endlich wieder am Laufen ist. Die Verpflegung finde ich ebenfalls optimal. Es fehlt an nichts.


Frage: Nun noch eine letzte Frage: Verrate bitte, wie Du persönlich Petrus überzeugen willst, sich doch dieses Jahr wieder einmal von seiner besseren Seite zu zeigen, um den Organisatoren des «Iron Bike Race» in Einsiedeln nach zwei total verregneten Austragungen ein wunderbar sonniges Wochenende zu ihrem Anlass zu bescheren?

«Hooch»: Ich habe schon ein Argument: Ich möchte zum letzten Mal meine schönen Kurzarm-Trikots ausfahren, und nicht eine dieser lästigen Regenblachen!



Lieber Thomas, vielen Dank für Deine Antworten und auf einen weiteren Sieg am 28. September 2003 am 7. «Iron Bike Race»!


Interview: Marlies Mathis, Pressebeauftragte OK «Iron Bike Race», Einsiedeln

www.iron-bike.ch


Meldung vom 09. September 2003 (Autor: red )
 

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