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Infotech blickt in die Zukunft

Wie wird sich der Velomarkt weiterentwickeln? – Nebst den bewährten Technikseminaren stand diese Frage am diesjährigen Seminar für den Velofachhandel im Mittelpunkt. Mehrere Vorträge und das erstmals durchgeführte Branchenforum beschäftigten sich mit Fragen rund um die Zukunft des Velos.



Glaubt man den Stimmen am diesjährigen Infotech Indoor, stehen dem Velo bewegte Zeiten bevor. Klimawandel, Überalterung der Gesellschaft, sowie neue Verhaltensweisen bei Mobilität, Konsum und Freizeit würden auch den in der Velowelt ihre Spuren hinterlassen. Die konkreten Zukunftsvorstellungen waren dabei so vielseitig wie die Vorträge und Diskussionen zum Thema.



Visionen für Sport, Verkehr und Handel

GT-Importeur Velobaze blickte beispielsweise an seinem Seminar in die Zukunft des BMX-Sports und den Einfluss, welche die erstmalige Teilnahme an den Olympischen Spielen darauf haben wird. Die Stiftung Veloland Schweiz stellte «Schweiz Mobil» vor, ein Freizeitsportprojekt, das ab kommendem Frühjahr auch mit einem nationalen Routennetz für Mountainbiker an den Start gehen wird. Hans van Vliet, bei Shimano Europe verantwortlich für Cooperate Communications, stellte EcoMobility vor. Diese Initiative kümmert sich weltweit auf politischer Ebene um eine nachhaltige Verkehrsentwicklung. In seinem Vortrag lieferte van Vliet Hintergründe zu aktuellen sozialen und ökologischen Zusammenhängen und erläuterte, welche Chancen und Risiken für das Velo daraus entstehen. Der Blick in die Zukunft schloss am Abend des ersten Seminartages mit einem Podiumsgespräch zum Thema «Zukunft Fachhandel: Fachmarkt oder Boutique?» Dabei diskutierten Dirk Kurek (Geschäftsführer von Giant-Importeur Komenda), Chris Bättig (Coach von RockyMountain-Vertreiber Chris Sports Systems), die Velohändler Thommy May (Füechter Zweiradsport, Rheinfelden) und Reto Kretschmann (Velo Kretschmann, Liebefeld) sowie der Fachjournalist Urs Rosenbaum über den Schweizer Velomarkt im Jahr 2015.



Der Aufforderung, dass der Velohandel seine Professionalität stärken müsse, gingen die rund 500 Teilnehmer des zweitägigen Seminars in den 26 Technikworkshops nach. Mit wenigen Ausnahmen schulten sämtliche bedeutenden Komponentenhersteller sowie einige Bikefirmen die Fachhändler in Technik und Wartung ihrer diesjährigen Produkte. Abgerundet wurde das Angebot des diesjährigen Infotechs durch Schulungen in Verkauf und Betriebswirtschaft.



Berufsschüler statt Romands am Fachseminar


Eine Premiere am Infotech bedeutete die Teilnahme einer Velomechaniker-Klasse der Berufsschule Winterthur. Deren Lehrer René Horber nahm den Seminarbesuch in den Stundenplan auf und ermöglichte damit den Branchennachwuchs eine Teilnahme an der Veranstaltung. Für Infotech-Organisator Bernhard Loosli ist dieses Modell zukunftsweisend. «Die Lehrlinge profitieren ganz besonders davon, dass am Infotech praktisch alle bedeutenden Hersteller Kurse anbieten». Es sei eine ideale Ergänzung zu schulischer Theorie und der praktischen Arbeit im Geschäft. Aus diesem Grund will Loosli sich künftig darum bemühen, auch weitere Berufsschulen ans Infotech zu holen. Im Gegenzug, so Loosli, wolle man künftig die Bemühungen um französischsprachige Teilnehmer etwas zurückschrauben. Trotz zahlreicher Seminare, die zweisprachig geführt wurden, sei die Teilnehmerzahl der Romands so gering, dass sich der grosse Aufwand für sie künftig nicht mehr lohne.


Meldung vom 17. Januar 2008 (Autor: red )
 

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