| IG Velo: Klares Nein zur Helmtragepflicht |
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Mitte Januar sorgte das Bundesamt für Strassen ASTRA für Aufregung: In einem Massnahmenkatalog zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurde die Helmpflicht für Velofahrer gefordert. Obwohl die IG Velo in allen vorberatenden Kommissionen sitzt, musste sie von dieser Forderung aus den Medien erfahren. Die Organisation der Alltags-Radler lehnt die Helmtragepflicht nach wie vor ab: Die Massnahme sei ökologisch kontraproduktiv, weil sie das Velofahren generell weniger attraktiv mache. Zudem vermittle die Helmpflicht ein falsches Sicherheitsgefühl und setze bei den schwächsten statt bei den stärksten Verkehrsteilnehmern an. Von «Vision Zero» zur Velohelm-Pflicht Ursprünglich waren die Ziele des Bundesamts für Strassen ASTRA noch weit reichender: Unter dem Titel «Vision Zero» wurde ein einschneidender Massnahmen-Katalog zur Diskussion gestellt, mit dem langfristigen Ziel, die Zahl der jährlichen Verkehrstoten auf Null zu senken. Neben Tempolimiten von 70 / 110 und einer Limite von 0.2 Promille für Alkohol am Steuer war auch Tempo 80 für Motorräder angedacht ? nicht aber die Velohelm-Pflicht. Inzwischen haben die Motorrad-Fahrer mit ihrer lärmigen Aktion «Pro Moto» das Massnahmenpaket bachab geschickt. Irgendetwas wollen die Beamten im ASTRA aber scheinbar unternehmen, und darum kommen sie wieder mit der Helmtragepflicht. Wohl beseelt von der Hoffnung, dass sich wenigstens die Velofahrenden nicht wehren werden. IG Velo für Verlangsamung und Rücksicht Unterstützt wird das ASTRA dabei von der Bundesstelle für Unfallverhütung (BfU). Bisher hatte sich das BfU dafür stark gemacht, erst auf eine Helmpflicht zu setzen, wenn sich 40 Prozent der Radfahrer freiwillig schützen und 60 Prozent ein Helmobligatorium gut heissen. Obwohl diese Voraussetzungen noch längst nicht erfüllt sind, befürwortet nun auch das BfU die zur Diskussion gestellte Massnahme. Dagegen verlangt die IG Velo, dass die Velofahrenden selbst entscheiden sollen, ob sie einen Helm tragen wollen oder nicht. Statt dessen müsse der Verkehr generell verlangsamt und mit umfassenden Massnahmen für mehr Rücksicht und damit Sicherheit gesorgt werden. In der aktuellen Ausgabe des «Velo Journals» wird das Thema ausführlich aus der Sicht der Velofahrenden diskutiert. Klar ist, dass die einzigen Länder, die bisher eine Velohelm-Pflicht kennen, eben keine ausgesprochenen Velo-Länder sind, zumindest nicht was den Gebrauch des Fahrrades im Alltag betrifft. Es sind dies Australien, Neuseeland und Spanien. Dafür stand eine Helmpflicht in Velohochburgen wie China, Dänemark und den Niederlanden noch gar nie zur Debatte. Klar ist auch, dass diese Diskussion nur Alltagsradler betrifft: Beim sportlichen Biken sollte der Helm selbstverständlich sein, ob im Gelände, auf der BMX-Bahn oder beim Streeten. |
Meldung vom 21. Februar 2004 (Autor: red ) |







