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Grossbritannien: Radler als Freiwild?
Woher mag der schräge Humor mancher britischer Biker kommen? Es dürfte Galgenhumor sein, wie ein aktuelles Gerichtsurteil zeigt: Denn drüben auf der Insel fahren Automobilisten nicht nur im Rechtsverkehr, sondern hin und wieder quer über Biker drüber ? mit voller Absicht und ohne gravierende strafrechtliche Konsequenzen. Bisher, denn nach dem jüngsten, gravierenden Zwischenfall fordert die britische Radfahrer-Vereinigung CTC eine deutliche Verschärfung der bisher laschen Gesetze.



Biker als Blitzableiter?

Grossbritannien galt jahrhundertelang als Vorreiterin in Sachen Menschenrechte - «Habeas Corpus» und «Magna Charta» sei Dank. Dass diese Rechtsgarantien weder für koloniale Untertanen noch für katholische Nordiren galten, war ein anderes Thema. Dass aber auch Radfahrer bis heute zur Gruppe der Vogelfreien und Rechtlosen gehören, ist das Verdienst von Richtern mit verquerer Optik und zahnloser Gesetze. Wie so oft mischen auch englische Revolverblätter wie die «Sun» eifrig mit, wenn es darum geht, eine Pogrom-Stimmung gegen Minderheiten zu schüren. Als im Rahmen einer europaweiten Reform der Unfallhaftpflicht eine Besserstellung der Lautlosen bei Unfällen mit Autos zur Diskussion stand, riefen solche Boulevardmedien allen ernstes dazu auf, enganliegende Radklamotten auf Scheiterhaufen zu verbrennen. Ein besonders lustiger Kolumnist verglich Velofahren gar mit Masturbation: Etwas, was alle in der Jugend mal gemacht hätten, aber als Erwachsene dann sein lassen sollten.



Tatwaffe Auto - ein leidiges Thema

Was solche Texte, zu viel lauwarmes Bier und das Gemüt eines Hooligans kombiniert anrichten können, mussten unlängst ein Vater und sein auf einem Trailerbike hinterher radelndes Töchterchen am eigenen Leib erfahren: Nachdem der Vater gegen einen Automobilisten protestierte, der längere Zeit schikanös nah neben ihnen her fuhr, überholte dieser die beiden ? um den Rückwärtsgang einzulegen und sie über den Haufen zu fahren. Vater und Tochter wurden bei dem Vorfall schwer verletzt, der gefährliche Rowdie dürfte dagegen mit einer Geldstrafe davon kommen, was den britischen Radfahrerbund CTC auf die Barrikaden bringt. Wie Bike-Sport-News auf ihrer Website meldet, soll Gewalt künftig auch dann geahndet werden, wenn es sich bei der Tatwaffe um ein Auto handelt ? bei mutwillig verursachten Unfällen mit Todesfolge mit bis zu 14 Jahren Gefängnis. «Durch gefährliches Fahrverhalten andere Stra

Meldung vom 17. April 2003 (Autor: red )
 

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