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Florian Vogel holt sich in St. Wendel seinen ersten Europameistertitel und distanziert auf der letzten Runden seinen letzten Gegner, seinen Landsmann Chrsitoph Sauser. Mit Näf auf dem vierten und Frischknecht auf dem sechsten Platz zeigt sich der Charakter des Rennens: Die totale Dominanz der Schweizer. Mit dem vierten Platz hat nun auch Näf die Olympaiimite erfüllt, an der Hierarchie im Schweizer Team hat sich aber nichts verändert. Sauser, Vogel und Schurter liegen an den Europameisterschaften alle auf besseren Positionen als Näf.
Eindrücklich zeigten die Schweiter Elitefahrer ihre Dominanz. In der ersten Rennhälfte bestand die achtköpfige Führungsgruppe aus vier Schweizern (Sauser, Vogel, Näf und Gujan), die sich erst spät sprengte. Es waren dann Vogel und Sauser, die sich deutlich absetzen konnten und einen deutlichen Vorsprung herausfahren konnten. Die Entscheidung führte Vogel dann auf der letzten Runde herbei: Wegen eines Regenschauers mussten die Fahrer ein kurzes Stück zu Fuss bewältigen - und Sauser fand mit seinen Rennradschuhen kaum Halt. Vogel trat entfesselt in die Pedalen und nahm dem Berner Oberländer bis ins Ziel über 30 Sekunden ab.
Für Vogel ist dies der erste grosse Sieg in dieser Saison. Für viele ist dieser Sieg mehr als verdient, gilt der Zürcher Oberländer doch als einer der stärksten Fahrer überhaupt. Auf seiner Solofahrt am Schluss der letzten Runde zeigte Vogel eindrücklich, wie schnell er fahren kann. Kein anderer Athlet tritt derart hart in die Pedalen, ihm zu Folgen schien ein Ding der Unmöglichkeit. «Das war die richtige Antwort auf die unsportliche Entscheidung beim Team-Relay. Ich habe mich von Anfang an super gefühlt, war mir aber bis zur letzten Runde nicht sicher, dass ich gewinnen kann. Ich war mit nicht ganz klar, wie stark Christoph Sauser ist», kommentiert Vogel einen seiner grössten Erfolge.
Falsch spekuliert hat auch Ralph Näf, allerdings nicht wie Sauser bei den Schuhen sondern bei den Reifen. Mit den Trockenreifen wurde die unterdessen glitschige Strecke extrem schwierig zu fahren. «Ich hatte ausgezeichnete Bein und der dritte Platz wäre realistisch gewesen. Genau zum falschen Zeitpunkt hat dann aber der Regen eingesetzt», meinte Näf im Ziel.
Erfreuter als Näf zeigte sich Thomas Frischknecht. Mit Platz sechs liegt er über den Erwartungen vieler. «Das ist eine Strecke, wo du auch mit einer hohen Startnummer nach vorne fahren kannst», analysierte Frischi das Rennen. Er habe gut mit Julien Absalon zusammenarbeiten können und sei Runde um Runde weiter vorne gelangt.
Ranglisten Europameisterschaften 2008, St. Wendel, Herren Elite:
1. Florian Vogel (SUI), 2:06.42
2. Christoph Sauser (SUI), +0.33
3. Jakob Fuglsang (DEN), +1.14
4. Ralph Näf (SUI), +1.31
5. Christoph Soukoup (AUT), +1.31
6. Thomas Frischknecht (SUI), +1.44
7. Fredrik Kessiakoff (SWE), +1.50
8. Manuel Fumic (GER), +2.07
9. José Hermida (ESP), +2.07
10. Aurelio Fontana (ITA), +2.29
11. Martin Gujan (SUI), +2.29
22. Lukas Flückiger (SUI), +4.32
28. Jürg Graf (SUI), +6.35
32. Gion Manetsch (SUI), +6.57
Erweiterte Rangliste in Kürze
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