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EU-Bikeproduktion: Weniger, aber teurere Bikes
Rezessionsängste und der Einbruch des Privatkonsums nach den Anschlägen vom 11. September sorgten schon eine Weile für gedrückte Stimmung. Jetzt liegen gesicherte Zahlen vor: Gemäss einer Studie der Branchenzeitung «Bike Europe» hat die Fahrradproduktion in den EU-Ländern im vergangenen Jahr um satte 15 Prozent abgenommen, und auch der Konsum brach um zehn Prozent ein. Für die kommenden Jahre wird gar ein noch stärkerer Rückgang erwartet. Diese Entwicklung ist vor allem auf Restrukturierungen bei den Grossen des europäischen Fahrradbaus wie der Derby Group und der Accell Group zurück zu führen.



Bikeproduktion in EU rückläufig

Analytiker sagten schon lange ein Schrumpfen der Produktionskapazitäten und eine Konsolidierung auf der Anbieterseite voraus. Im Zuge der Restrukturierungen bei den beiden Branchen-Schwergewichten Derby und Accell bekommen sie nun recht. Und der Trend wird sich noch verstärken, denn die Derby-Tochter Raleigh hat die Einstellung der Fahrradfabrikation in Grossbritannien per Ende 2002 angekündigt. Und die holländische Accell-Group verlegt gegenwärtig die Fertigung von Marken wie Hercules, Winora und Staiger von Deutschland nach Ungarn. Wegen anhaltender Margenschwäche und des daraus resultierenden Zwangs, die Kosten zu senken, dürften weitere europäische Fahrradschmieden diesen Vorbildern folgen.



Schwindendes Interesse am Mountainbike

Gemäss der Studie von «Bike Europe» war 2001 nicht bloss die Fahrradproduktion, sondern auch der Konsum und der Import von Fahrrädern in den fünfzehn EU-Ländern rückläufig: Neben der allgemeinen Konsum-Zurückhaltung nach den Anschlägen von 11. September vergangenen Jahres wird auch das schlechte Frühjahrswetter als Grund genannt. Zudem seien die Verkaufszahlen gerade im Mountainbike-Segment auffallend stark rückläufig. Dies alles resultiert in einer Abnahme des Konsums um zehn Prozent.



«High price, high quality» als Ausweg?

Die laufende Konsolidierung hat aber auch ihre guten Seiten: Denn die hohen Kosten der Fahrradproduktion in Europa lassen zwar die exportierten Stückzahlen sinken, im vergangenen Jahr zum Beispiel um acht Prozent. Zugleich stieg aber der durchschnittlich erzielte Preis pro exportierter Einheit um nicht weniger als 30 Prozent. Mit anderen Worten: «Made in Europe» entwickelt sich zu einem Qualitätssiegel, und das hat zwangsläufig eine Minderung der Produktionskapazitäten zur Folge. Ganz nach dem Motto: Teuer ist, was knapp ist.


Die nächste Ausgabe von «Bike Europe» mit dem detaillierten Artikel zum Fahrrad-Branchenbericht 2001 erscheint ab 25. September 2002 im Zeitschriftenhandel.

Für Englischkundige gibt?s einen Vorbericht auf www.bike-eu.com.

Meldung vom 19. September 2002 (Autor: red )
 

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