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EM-Staffelrennen: Schweizer holen sich Gold!
Viel Spannung boten die Aktiven gleich schon zu Beginn der Europameisterschaften im polnischen Walbzych. Als ob es darum ginge, nach Meirhaeghes Dopinggeständnis für positive News zu sorgen, wurde im Staffelrennen Bikesport auf höchstem Niveau geboten. Umso schöner, dass es für die Schweizer Equipe ein Happy End gab. Schon Startfahrer Ralph Näf übergab trotz zähem Start nach seiner Runde als erster, in der Folge wurde die Schweiz aber bis zum Ende der dritten Runde von Deutschland, Russland und Frankreich überholt. Die Abstände waren aber so gering, dass Florian Vogel das Ding noch drehen und die Titelverteidigung sicherstellen konnte. Das fängt ja schon mal gut an. Auf die Plätze fuhren Deutschland und Spanien.



Der Schreckmoment nach Bilderbuch-Start

Als Titelverteidiger zählten die Schweizer im Staffelrennen zu den Favoriten ? zumal die Staffel mit Ralph Näf, Nino Schurter, Petra Henzi und Florian Vogel sehr stark besetzt war. Wie aus Schweizer Sicht begann denn auch das Rennen: Näf startete gewohnt stark und setzte sich gleich im ersten Aufstieg von seinen Verfolgern ab. Mit einem Vorsprung von etwa zehn Sekunden stach er in die erste Abfahrt. Dann der Schock: Die Strecke war nicht richtig markiert, und ein dickes Seil war über die Rennstrecke gespannt! Da dem Feld seltsamerweise kein Motorrad vorausfuhr, musste Näf anhalten und sich orientieren. «Ich wusste nicht ob ich noch richtig war! Als ich das Seil abhängte fuhren der Deutsche und der Schwede an mir vorbei!», erklärte Näf diese Szene. Chaos auf polnisch, das EM-Rennen im Marathon liess grüssen.



Und die Renntaktik ging auf...

Näf brauchte in der Folge eine kurze Zeit, um seinen Rhythmus wieder zu finden. Doch es gelang ihm, die beiden Kontrahenten Stefan Sahm und Philip Tavell wieder einzuholen: So konnte er mit gut zehn Sekunden Vorsprung als Leader an Nino Schurter übergeben. Dieser fuhr ebenfalls ein starkes Rennen und konnte sich gegen den Deutschen U23-Fahrer Moritz Milatz an der Spitze behaupten. Erst Petra Henzi musste diese abgeben, weil sie gegen den Junioren des Deutschen Teams antreten musste, doch das zählte zum taktischen Kalkül der Ridegenossen. Denn Henzi konnte den Rückstand auf die Spitze in Grenzen halten.



...dank Vogel's bärenstarkem Endspurt

U23-Fahrer Florian Vogel ging mit etwa 2:45 Minuten Rückstand auf seine Runde - und wurde den Erwartungen gerecht. Er schnappte sich einen Kontrahenten nach dem anderen, preschte schliesslich auch an der deutschen Schlussfahrerin Ivonne Kraft vorbei und fuhr schliesslich souverän zum Sieg. Dahinter sorgte Näfs Teamkollege Josélito Hermida mit einer beherzten Aufholjagd für Stimmung: Von fünf Minuten Rückstand auf die Deutschen beim letzten Wechsel blieben im Ziel dreissig Sekunden übrig, und Spanien sicherte sich dank Josélito's Exploit noch die Broncemedaille. Ein Start nach Mass also für die Schweizer Biker - und ein eindrückliches Muster von Vogels Klasse, was für das U23-Rennen vom Samstag Nachmittag (Start um 14 Uhr) eine Menge verspricht.



UEC-Europameisterschaften 2004 in Walbrzych / Polen

Team Relay (4x6.5 km):

1. Schweiz (Ralph Näf, Nino Schurter, Petra Henzi, Florian Vogel), in 1:25.42 Stunden


2. Deutschland (Stefan Sahm, Moritz Milatz, Andi Weinhold, Ivonne Kraft), + 1.05 Minuten

3. Spanien (Inaki Lejaretta, Jordi Vila Membrado, Marga Fullana, José Hermida) + 1.35


4. Schweden (Philip Tavell, Maria Östergren, Alexander Wetterhall, Göran Lindgren), + 2.01

5. Frankreich (Yannick Rannou,Stéphane Tempier ,Cedric Ravanel, Cecile Rode), + 4.57

www.swiss-cycling.ch
www.bike2004-walbrzych.hm.pl/?p=a&lang=en

Meldung vom 30. Juli 2004 (Autor: red )
 

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