| Blatter und Sauser zum vierten Mal Meister |
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Bei strahlendem Sonnenschein fanden dieses Wochenende in Gossau/SG die Schweizer Meisterschaften im Cross Country statt. Die schnelle, aber dennoch selektive Strecke (6,8km und 252 Hm pro Runde) liess dabei keine Zufallsmeister zu: Mit Barbara Blatter und Christoph Sauser setzten sich die Topfavoriten durch, mittlerweile zum vierten Mal in Serie. Bei den Herren fuhren Thomas Frischknecht und Silvio Bundi mit aufs Podest, bei den Frauen die junge Sonja Traxel und Petra Henzi. Die Rennstrecke, welche der RMC Gossau unter Leitung des OK-Präsidenten Andi Steiger ausgesteckt hatte, erwies sich zwar als rasend schnell, aber dennoch als selektiv: Von Anfang an bestimmten die Favoriten das Geschehen und sorgten vor begeisterungsfähigem Publikum für spannende Rennen. Die doch recht steile Waldabfahrt mit schnellen Licht-Schatten-Wechseln provozierte zwar einige Stürze, aber der gravierendste Einsatz für die Sanität betraf einen Zuschauer, der beim Begehen der Strecke gestürzt war und sich dabei ein Bein brach. Verfolgungsrennen bei den Herren Nicht lange gefackelt wurde im Rennen der Herren: Schon im Verlauf der ersten Runde hatte sich eine illustre Fünferspitze mit Christoph Sauser, Thomas Frischknecht, Thomas Kalberer, Thomas Hochstrasser und dem amtierenden Strassenmeister Alexandre Moos leicht abgesetzt. Knapp dahinter kämpften Silvio Bundi, Marcel Heller und Andreas Kugler um Anschluss. Mit seinem Angriff in der zweiten Runde sorgte Sauser schon für eine Vorentscheidung: Er zog allein davon, während Hochstrasser den Anschluss an die erste Verfolgergruppe verlor. Das nächste Opfer des horrenden Tempos war Kalberer, der nach einem Sturz mit viel zu wenig Luft im Vorderreifen weiter fahren musste und so bergab Zeit verlor. Hinter dem fünftklassierten Hochstrasser tat sich eine grosse Lücke auf: Die Positionen in den Top Five schienen bezogen. Schienen, denn ab Rennhälfte fühlte sich Silvio Bundi immer besser und begann eine beeindruckende Aufholjagd. Zugleich liess Frischknecht Moos stehen und versuchte auf eigene Faust, Sauser einzuholen - doch die Lücke zum Führenden wollte nicht kleiner werden. Im Gegenteil, Frischknecht musste sich nach seinem Effort in den Runden 5 und 6 auf die Verteidigung seines zweiten Ranges konzentrieren. Dahinter gelang Bundi ein veritabler Coup: Den Kulminationspunkt passierte er in der letzten Runde mit 40 Sekunden Rückstand als sechster, dafür hatte Kalberer wieder zu Moos aufgeschlossen. In der letzten Waldabfahrt konnte Bundi sein Können im Downhill aber voll ausspielen: Er überholte Hochstrasser sowie Kalberer und schloss zu Moos auf. Während Christoph Sauser bereits mit über zwei Minuten Vorsprung auf Frischknecht seinen vierten Titel geholt hatte, hatte Moos im Sprint dem stark aufkommenden Bundi nichts mehr entgegenzusetzen. Dahinter fuhren Kalberer, Hochstrasser und Kugler auf die Plätze. Blatter mit Start-Ziel-Sieg Weniger spannend verlief das Rennen der Frauen-Elite: Schon bei der ersten Zielpassage hatte Barbara Blatter 18 Sekunden zwischen sich und Sonja Traxel gelegt. Knapp 30 Sekunden später folgte Swisspower-Cup-Dominatorin Petra Henzi. An dieser Reihenfolge sollte sich in den folgenden drei Runden bis ins Ziel nichts mehr ändern. Mit Maroussia Rusca gab eine der Medaillenkandidatinnen das Rennen bereits nach zwei von vier Runden mit grossem Rückstand auf. So schien Renata Bucher zunächst die besten Karten für Rang Vier zu haben. Weil sie ihr Anfangstempo aber nicht durchhalten konnte, musste sie nacheinander die Marathon-Spezialistin Anita Steiner, Nadia Walker, Andrea Huser sowie die junge Katrin Leumann passieren lassen. U-23: Ein Versprechen für die Zukunft und die EM Hochstehenden Bikesport boten die Espoirs auf ihren fünf Runden: Ralph Näf katapultierte sich in der zweiten Runde mit einem vehementen Angriff an die Spitze, musste dann aber, weil seine Kräfte ab der vierten Runde schwanden, mit Rang Drei Vorlieb nehmen. Damit war der Weg frei für Balz Weber, dem die anspruchsvolle Abfahrt im Wald entgegen kam. Zweiter wurde auch in dieser Kategorie ein Fahrer des Swisspower Mountainbike-Teams: Florian Vogel teilte seine Kräfte clever ein, hielt sich im ganzen Rennverlauf in den Podestplätzen und wurde dafür mit einer Silbermedaille belohnt. Auf den Rängen vier bis sechs folgten mit Valentin Girard, Martin Gujan und Jürg Graf weitere Fahrer der Teams Swisspower und Koba. Kein Zufall, legen doch beide Equipen grossen Wert auf die Nachwuchsarbeit. Dies zeigte sich auch in den Junioren-Rennen: Das Team Koba stellt mit Lukas Flückiger und Sarah Koba die Meister bei Knaben und Mädchen. Die Rennen der Schweizer Meisterschaften wiesen allesamt ein hohes Niveau auf und stimmen für die Europameisterschaften von kommender Woche Donnerstag und Samstag in Zürich mehr als optimistisch. SM XC, Gossau/SG, 28. Juli 2002 Elite Männer: 6 Runden à 6.8km 1. Christoph Sauser, Volvo-Cannondale, 1:48.31,8 2. Thomas Frischknecht, Swisspower Mountainbike-Team, +2.03,3 3. Silvio Bundi, Athleticum MTB Team, +3.22,6 4. Alexandre Moos, GS Phonak, +3.23,1 5. Thomas Kalberer, Arrow Swiss Bike Team, +3.35,0 6. Thomas Hochstrasser, Giant, +3.44,8 7. Andreas Kugler, Scott Allianz Suisse, +5.24,4 8. Daniel Sol |
Meldung vom 28. Juli 2002 (Autor: red ) |







