| Bike-WM Kaprun: Vorschau DH, 4-Cross |
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Nächste Woche sind sie schon voll in Gang, und mittlerweile haben die Organisatoren auch in Sachen Wetter und Hochwasser Entwarnung gegeben: Kaprun ist bereit für die UCI-Mountainbike-WM 2002. Wie stark dabei die Fahrerinnen und Fahrer aus Übersee sein werden, ist schwer voraus zu sagen: Nur wenige liessen sich an Rennen in Europa blicken. Umso interessanter sind darum die Resultate der NORBA-Finals in Mount Snow/Vermont. Downhill: Verschärfte Strecke am Maiskogel Kaprun ? das ist für Europas Downhiller ein magischer Ort. Seit den Frühzeiten des Sports machte der Weltcupzirkus immer wieder Station am Maiskogel. Beibehalten wurde der oberste Teil: Nach einer technischen Waldpassage mit vielen Wurzeln folgt mit dem Steilhang ein enorm schneller Teil. Wo früher bei Streckenmitte ein fieser Gegenanstieg den Downhillern das Leben schwer machte, haben die Organisatoren neu einige sehr steile, technische Passagen eingefügt, die ins Zielgelände führen. Verschwunden sind dafür die langen Tretstücke auf der Wiese mit den typischen, langen Sprüngen. Zwanzig (!) Kameras wird das ORF einsetzen, um das Spiel mit der Schwerkraft am Maiskogel einzufangen. Mit einer Länge von 4 Kilometern und 771 Höhenmetern gehört die Kapruner Strecke auf jeden Fall zu den konditionell fordernden Abfahrten. Fahrersprecher Bas de Bever zeigte sich entsprechend beeindruckt: «Kaprun galt schon immer als die schnellste Strecke des gesamten Downhill-Weltcups. Doch bei der diesjährigen WM ist sie nicht nur schnell, sondern im unteren, neuen Teil auch technisch besonders anspruchsvoll. Wir werden eine spektakuläre WM erleben.» Männer: Vouilloz zum Zehnten? Das Mutterland des Bikesports muss sich im Downhill mit einer Nebenrolle begnügen. Beleg dafür ist die Tatsache, dass die neuen US-Meister in der NORBA-Gesamtwertung nur die Ränge sieben (Eric Carter) respektive drei (Lisa Sher) belegten. Stark zeigten sich dagegen Aussies, Kiwis und Kanadier: Chris Kovarik vergeigte mit einem missratenen Finallauf zwar seine Chancen auf die Gesamtwertung, gehört aber auf Grund seiner Leistungen im Worldcup zum Kreis der Top-Favoriten. Dennoch dürfte der Sieg in Kaprun über die Europäer gehen: Neben dem Briten Steve Peat sind besonders die Franzosen zu beachten. Schliesslich peilt Nico Vouilloz seinen zehnten (!) WM-Titel in Serie an, und Cedric Gracia fährt nicht nur spektakulär, sondern auch sauschnell. Aussenseiter-Chancen kann sich Claudio Caluori ausrechnen: Die Strecke in Kaprun kennt er gut, dazu kommen die konstant guten Leistungen in der laufenden Saison, die für viel Selbstvertrauen gesorgt haben. Ob aber das lädierte Handgelenk in Kaprun schon wieder calöri-typisches «Vollgas» erlaubt, wird sich erst am Renntag zeigen. MOVE-Topfavoriten «Downhill», Männer: *****: Steve Peat (GB), Chris Kovarik (AUS) ****: Nicolas Vouilloz (FRA), Greg Minnaar (SA) ***: Cedric Gracia, Mickael Pascal, Fabien Barel (alle FRA), Mick Hannah (AUS), John Kircaldie (NZL) **: Claudio Caluori (CH) Frauen: La France ? und die anderen Den ersten Rang im NORBA-Klassement sicherte sich Sabrina Jonnier vor Tracy Moseley. Erst auf Rang drei folgte die neue US-Meisterin, Lisa Sher. Die schnellste Nordamerikanerin dürfte aber Missy Giove sein: Nach ihrem fürchterlichen Crash an der letztjährigen WM in Vail war sie lange Zeit ausser Gefecht, scheint nun aber für Kaprun ihren alten Biss wieder gefunden zu haben. Zum «Club der Herausfordererinnen» gehören ferner die Grenchnerin Marielle Saner und die Britin Fionn Griffiths. Sie alle eint das Ziel, Anne-Caroline Chausson als Dominatorin vom Thron zu stossen. Ob es dieses Jahr klappen wird? Wegen ihrer Vorteile in Sachen Streckenkenntnis gehört die junge Österreicherin Petra Bernhard als Geheimtipp mit auf die Wett-Liste. MOVE-Topfavoriten «Downhill», Frauen: *****: Anne-Caroline Chausson (FRA) ****: Sabrina Jonnier (FRA), Tracy Moseley (GB) ***: Marielle Saner (CH), Missy Giove (USA), Fionn Griffiths (GB), Petra Bernhard (AUT) «Four-Cross»: Premiere in Kaprun Um die Kippstangen-Hatz attraktiver zu gestalten, hat die UCI auf diese Saison hin den «Dual Slalom» durch den «Four-Cross» ersetzt: Weil gleich vier Fahrer pro Lauf um die Ränge fahren, wird auf kurzen Strecken jede Menge Action geboten. Leider sind längst nicht alle Profis bereit, sich auf die spannenden Positionskämpfe zwischen Anliegern und Sprüngen einzulassen. Doch wenn die Spezialisten in Kaprun unter Flutlicht ihre Meister suchen, wird sicher für Hochspannnung gesorgt sein. Zumal die Strecke mit 300 Metern Länge und siebzig Höhenmetern vom Zielgelände aus komplett einsehbar ist. Als Hauptschwierigkeit wurde ein Sprung über eine kreuzende Strasse hinweg eingebaut. Männer: Lopes und die anderen... Der amtierende Dual-Weltmeister Brian Lopes bestätigte mit seinem Sieg im Saisonfinale und in der NORBA-Gesamtwertung, dass auch das neue Format «Four-Cross» nichts an seiner Dominanz zwischen den Slalomtoren geändert hat. Ob er sich nur mit einem oder gleich mit drei Gegnern herum schlagen muss, scheint für den Kalifornier unerheblich zu sein. Neben Lopes dürften das australische Kraftpaket Wade Bootes sowie die amerikanischen Routiniers Eric Carter und Mike King den europäischen Top-Fahrern das Leben schwer machen. Das Schweizer Aufgebot für Kaprun wird von den Dual-Finalisten der Meiterschaften am Monte Tamaro angeführt: Den beiden BMX-Cracks Roger Rinderknecht und Pascal Seydoux. MOVE-Topfavoriten «Four-Cross», Männer: *****: Brian Lopes (USA) ****: Cedric Gracia (FRA), Eric Carter (USA), Wade Bootes (AUS) ***: Mike King (USA), Mickael Deldycke (FRA), Michal Prokop (CZE) ...und alle gegen die Französinnen Bei den Frauen teilten sich dieses Jahr Australierinnen und Französinnen die Siege in der NORBA-Serie: Vor allem Katrina Miller und Sabrina Jonnier überzeugten mit mehreren Siegen. Pech hatte dagegen die stärkste Amerikanerin: Tara Llanes verletzte sich im Training zum zweitletzten Lauf der NORBA-Serie ernsthaft (Diagnose: gestauchte Wirbelsäule, mehrere gebrochene Rippen, teilweise kollabierte Lunge, Schlüsselbeinbruch und eine Knieverletzung, das alles als Folge einer verpatzten Landung...) und musste kampflos mit ansehen, wie ihr Melissa Buhl den US-Titel mit einem vierten Rang im Saisonfinale entriss. In Nordamerika nie am Start, aber wegen ihrer Resultate im Worldcup zu favorisieren ist die französische «Reine de Vitesse», Anno-Caroline Chausson. Mit Céline Gros hat die Grande Nation noch eine weitere Medaillen-Kandidatin, die bereits als Juniorin mit der Spitze Schritt hält und in Zukunft noch viel von sich Reden machen wird. MOVE-Topfavoriten «4-Cross», Frauen: *****: Anne-Caroline Chausson (FRA) ****: Sabrina Jonnier (FRA), Katrina Miller (USA) ***: Céline Gros (FRA), April Lawyer (USA), Melissa Buhl (USA),Vanessa Quin (NZL) Kein Bock auf Downhill oder Four-Cross, mehr Interesse am Crosscountry? Die Vorschau auf die WM-Rennen der Ausdauerspezialisten mit allen Schweizer Favoriten folgt in der ersten Hälfte der kommenden Woche, wie immer topaktuell auf www.move.ch. Mehr Informationen zu den UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaften 2002 in Kaprun gibt?s unter www.mountainbike-2002.com . |
Meldung vom 23. August 2002 (Autor: red ) |







