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Fünftes EM-Gold: Leumann ist Europameisterin
Katrin Leumann hat in Haifa bei den Europameisterschaften der Mountainbiker die fünfte Goldmedaille für die Schweiz gewonnen. Leumann gewinnt im Sprint gegen die Titelverteidigerin Maja Wloszczowska und 23 Sekunden vor Eva Lechner aus Italien. Es ist der erste EM-Titel für eine Schweizer Dame im Elitebereich.

Mit Esther Süss, Nathalie Schneitter und Katrin Leumann sind auf in der ersten Hälfte des Rennens drei Schweizerinnen in der Spitzenformation vertreten. Es gibt immer wieder Attacken, doch bis zur dritten Runde ist das Rennen offen. Dann verschärft Wloszczowska, Süss geht hinterher und auch Lechner kann folgen. Schneitter fällt zurück und auch Olympiasiegerin Sabine Spitz kann dem Tempo nicht folgen. Dagegen schafft es Katrin Leumann die Lücke wieder zu schliessen. Zu Beginn der vierten Runde wird Leumann ausgerechnet von ihrer Teamkollegin Süss behindert und stürzt.

«Es hat mir ein Lenkerhörnchen abgerissen und ich musste mich erst mal wieder sammeln», schildert Leumann später. Die Situation verschafft Lechner und Wloszczowska einen Vorteil von 20 Sekunden, doch die Baselerin ist an diesem Tag nicht klein zu kriegen. Sie schliesst erneut die Lücke und gemeinsam geht das Trio in die Schlussrunde. Dann kommt allerdings Sabine Spitz, die inzwischen an Süss vorbei gegangen ist, noch einmal auf. Bis auf 15 Sekunden kommt die Deutsche heran.

Das motiviert Leumann die letzten Reserven zu mobilisieren. «Ich habe angegriffen, weil ich nicht wollte, dass Sabine aufschliessen kann. Dann merkte ich, dass nur noch die Maja mitkommt.» Auf den letzten Kilometern bleibt sie einfach am Hinterrad der Silbermedaillengewinnerin von Peking und lässt es auf einen Sprint auf der 70 Meter kurzen Zielgeraden ankommen.

«Ich wusste seit dem Rennen in Solothurn, dass ich am Schluss ganz schnelle Beine habe. Und ich wusste auch, dass ich die Schlusskurve sehr schnell fahren kann. Auf der Gegengeraden stand Gegenwind, so bin ich einfach cool geblieben und habe ich mich im Windschatten gehalten», gibt Leumann Einblick in ihre erfolgreiche Taktik. Hauchdünn schiebt sie sich an der Polin vorbei, am Ende entscheiden zehn Zentimeter über Gold und Silber zugunsten der Schweizerin.

Esther Süss kommt hinter Sabine Spitz mit 53 Sekunden Rückstand ins Ziel. «Mehr war heute nicht drin. Vor der Saison hätte ich einen fünften Platz sofort unterschrieben, aber nachdem ich Dritte beim Weltcup geworden bin, hat mich das natürlich mit aufs Favoritenpodest gehoben. Ich bin nie in die Situation gekommen, in den technischen Passagen vorne zu sein, so musste ich immer wieder absteigen und die Lücken wieder schliessen. Aber nach meinem Sturz im Training hatte ich auch Respekt. Für meine zweite Cross-Country-EM kann ich aber mit Rang fünf zufrieden sein», erklärt die Marathon-Europameisterin.

Nathalie Schnetter büsst erst gegen Ende des Rennens den sechsten Rang ein, ist aber dennoch ganz zufrieden. «Ich habe vom Start weg alles probiert. Als Lisi Osl vor mir in einer technischen Passage zu langsam war, da war die Gruppe weg. Immerhin war ich vier Runden lang in Reichweite der Spitze. Es fehlt nicht mehr viel», kommentiert sie ihr Rennen.

Bilder der EM: hier klicken

Meldung vom 09. Juli 2010 (Autor: eg )
 

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