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Test: Propain «Tyee AM Carbon Race» – Ein geschliffener Diamant zum Hammerpreis.

Die Bikes des deutschen Direktversenders Propain sind hierzulande noch nicht so bekannt. Doch Mauerblümchen sind deren Mountainbikes keineswegs. Ein Blick ins Portfolio zeigt eine Vielfalt an coolen und edel anmutenden Modellen. Für den Test haben wir uns das Tyee «AM Carbon Race» mit 145 Millimetern Federweg herausgepickt. Race und Allmountain passen nicht wirklich zusammen, aber es bezeichnet die edle und leichte Ausstattung. So wiegt das Bike mit Srams X01-Eagle-Schaltgruppe, Sixpack-Cockpit, MT-Trail-Bremsen von Magura und Fox-Federelementen lediglich 11.9 Kilogramm – in Grösse M und Fahrbereit. Im Weiteren ist das Testbike mit einem XMC-1200-Laufradsatz von DT Swiss bestückt. Verkauft wird es mit Propains hauseigenen Zelvy-Carbon-AM-Laufrädern.
 
Der blau-matt lackierte Carbon-Rahmen ist auf 27.5-Zoll-Laufräder ausgelegt und macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Kabel und Leitungen werden fein säuberlich intern geführt und an den Ein- und Ausgängen geklemmt. Ein echter Hingucker. Das auffälligste Merkmal des Tyee AM ist jedoch das Pro10-Federungssystem. Dank seinem virtuellen Drehpunkt und dem schwimmend gelagerten Dämpfer soll der Hinterbau sensibel ansprechen und weitgehend frei von Pedaleinflüssen sein. In der Praxis bewahrheitet sich der letzte Punkt jedoch selten.
 

Testlabor Trail

Ob sich Versprechen und Realität auf einer Linie bewegen, lässt sich nur draussen im Gelände herausfinden. Der erste Eindruck ist schon mal positiv, denn das Tyee AM scheint nicht viel Angewöhnungszeit zu beanspruchen. Die Position ist guter Mix aus sportlich und komfortabel – also wie es bei einem Allmountain-Bike sein soll. Dass nicht sonderlich viel Gewicht zu beschleunigen ist, merkt man ab dem ersten Meter. Mit dafür verantwortlich ist aber auch die leichte Kombination aus DTs XMC-1200-Laufräder und den Canis-Reifen von Onza. So lässt sich das Bike wie eine Eins aus Kurven beschleunigen oder steile Rampen hoch sprinten.
 
Bei Sprints und harten Antritten bleibt der Dämpfer im Abfahrtsmodus relativ ruhig und auch bei hoher Trittfrequenz wippt er kaum. Hier wurde vom Hersteller nicht zu viel versprochen. Trotzdem wollen wir das Verhalten im Medium- und Firm-Modus auch testen, und hier macht sich eine Macke bemerkbar. So auffällig das Federungssystem auch ist, die Position des Dämpfers ist nicht optimal. Der Hebel, um vom einen in den anderen Modus umzuschalten ist während der Fahrt nicht gut erreichbar. Entweder dafür kurz anhalten oder sich durchstrecken, sind die Möglichkeiten.
 
Doch zurück zur Funktion der beiden Modi «Medium» und «Firm». Der Medium-Modus ist beim Tyee AM gut spürbar und die sonst schon minimalen Pedaleinflüsse sind praktisch unterbunden. Beim Uphill im Gelände kann das Bike seine Kletterfähigkeiten noch etwas besser unter Beweis stellen und beglückt einem mit ordentlich Traktion und Vortrieb. Der Firm-Modus wurde während den Testfahrten lediglich auf Asphaltstrassen hinzugeschaltet – nur bei sportlicher Fahrweise. Ansonsten sind wir das Federbein auf jedem Untergrund meistens im offenen Modus gefahren.
In längeren Aufstiegen macht Propains Allmountain-Bolide ebenfalls Laune. Die Sitzposition ist sehr ausgewogen und auch kräfteschonend.
 

Was hochgeht, muss auch wieder runter

Egal wie lange die Tour ist, Abfahrten sind für fast alle Mountainbiker der Hauptgenuss. So sind bei einem Allmountain-Bike auch ausgewogene Abfahrtsqualitäten zu erwarten.
Das Tyee AM Carbon fährt sich auf schnellen Schotterstrassen sehr ruhig. Das ist zu einem grossen Teil auf den, für ein Allmountain-Bike, eher flachen Lenkwinkel von 66 Grad zurückzuführen. Auch der Radstand von 1182 Millimetern, bei Rahmengrösse M, trägt zur Laufruhe bei.
 
Im ruppigen Gelände kommen die Fähigkeiten des Bikes vorerst nicht ans Tageslicht. Die Canis-Reifen Reifen sind gut, jedoch schlicht zu schwach und zu fein für alpines Gelände, und werden die Carbon-Felgen mit griffigen und schlauchlosen Enduro-Reifen bezogen. Diese heben das Gesamtgewicht des Bikes zwar um gut 700 Gramm an, aber das Fahrverhalten verändert sich schlagartig ins Positive. Nun kann man es mit dem Tyee AM Carbon richtig krachen lassen, und die zuvor gefühlte Stabilität kommt auch in diesem Moment zum tragen. Das Propain macht ordentlich Laune und lässt nicht ab, wenn es flowiger wird oder schnelle Richtungswechsel zu meistern sind. Es lässt sich stets gut und flink manövrieren.
 
In verblocktem Terrain kann sich das Allmountain-Bike nicht mehr steigern, dort bleibt es gut. In sehr steilen Abfahrten hingegen lässt das sichere Gefühl auf dem Bike etwas nach. Das ist aber klagen auf hohem Niveau.
 
Egal in welchem Terrain, dass das Fahrwerk überall optimal funktioniert, spendierten wir dem Dämpfer 30 Prozent Negativfederweg. So spricht der Hinterbau des Tyee AM feinfühlig auf kleine Schläge an, verhält sich danach ordentlich schluckfreudig und drückt dann mit einer späten Endprogression dagegen.
 

Fazit

Mit dem Tyee «AM Carbon Race» hat Propain ein sehr sportliches Allmountain-Bike geschaffen, das von sportlichen Feierabendrunden bis zu alpinen Tagestouren alles gekonnt mit- und grossen Spass macht. Es trumpft durch seine hohe Laufruhe, die saubere Verarbeitung, dem geringen Gewicht sowie der starken Ausstattung. Dass die Reifen gewechselt wurden, werten wir nicht negativ. Je nach Einsatzbereich und Gelände sind die leichten Gummis nämlich perfekt.

Spezifikationen

Rahmenmaterial: Carbon
Preis: CHF 5'400.00 je nach Eurokurs, (ab CHF 3'500.00)
Gewicht: 11.9 kg (Grösse M, mit Pedale und Originalbereifung)
Federweg: 150mm vo./ 145mm hi.
Gabel: Fox Float 34 Factory Kashima 150
Federbein: Fox Float Factory DPS
Schaltung: SRAM X01 Eagle 1x12
Bremsen: Magura MT Trail 180/203 mm
Kurbelgarnitur: Truvativ Descendant Carbon 32T
Felgen: DT Swiss XMC 1200
Naben: DT Swiss XMC 1200
Reifen: Onza Canis 27.5x2.25
Sattel: Selle Italia SLR Lite
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth
Griffe: Sixpack
Vorbau: Sixpack Leader 70
Lenker: Sixpack Leader 750

 

Hersteller: www.propain-bikes.com

Testbericht erschienen in Ausgabe 01/2017 von Ride Magazin.

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