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Lorraine Truong: «Das Zubereiten einer Mahlzeit gleicht manchmal dem Aufbau eines neuen Geschäfts.»

Wenn nach einem heftigen Sturz ganz alltägliche Dinge schwer fallen und man stetig mit Schmerzen konfrontiert ist, die besten Therapiemöglichkeiten sich aber im fernen Ausland finden, sind Versicherungen oft nicht gewillt, solche zu bezahlen. Enduro-Fahrerin Lorraine Truong erfährt beides am eigenen Leib. Ein Spendenaufruf bringt nun die nötige Hilfe.
 

Ein Sturz der alles verändert

Lorraine Truong war 2011 U23-Schweizermeisterin im Crosscountry. Knapp zwei Jahre später wechselte sie ins Enduro-Lager und schaffte es bald unter die besten fünf der Welt.
Klar, zu so einer Sportart gehören Stürze dazu, und ein Brummschädel geht wieder vorbei. Wirklich? Truong hatte in den vergangenen Jahren einige Stürze zu verzeichnen, bei denen sie auch manchmal den Kopf andonnerte. Gefühlt hat sie sich immer davon erholt, doch solche Erschütterungen können jeweils kleinste Schäden im Hirn hinterlassen. Im Juli 2015 stürzte sie an einem Rennen der Enduro-World-Series erneut auf den Kopf – ein Sturz zu viel – Diagnose Hirntrauma.
Seitdem kämpft sie täglich, in das für uns so selbstverständliche Leben zurückzukehren – kämpft dafür, schmerzfrei Leben zu können. Jeder noch so kleine Schritt der sie näher an ihr ursprüngliches Leben führt, bedeutet für das einstige Energiebündel ein Kilometer langer und ermüdender Weg.
 

Therapie in den USA ohne Unterstützung der Versicherung

Truong wurde medizinisch gut versorgt, und es geht ihr etwas besser. Doch reichen die Therapiemöglichkeiten hierzulande nicht mehr aus. Deshalb sucht die Romande Hilfe in den USA, wo die Behandlungsmethoden weitaus fortgeschrittener sind als in der Schweiz. Mit grossen Hoffnungen ist Lorraine Truong bereits über den grossen Teich gereist. Die Sache hat allerdings einen finanziellen Haken: Ihre Krankenversicherung deckt die Therapiekosten nicht die dort anfallen.

Damit Lorraine trotzdem die wichtigen Therapien zu bekommt, hat ihre Mentorin, die frühere Downhill-Weltmeisterin Tracey Moseley, eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die Behandlungskosten zu decken. Bereits mit zehn Schweizer Franken ist man dabei. Zehn Franken entsprechen zwei Minuten funktioneller, neurologischer Behandlung – vergleichbar mit zwei Bier weniger am Wochenende. Also warum nicht etwas unseres Taschengeldes für jemanden aus der Mountainbike Community wie Lorraine einsetzen? Genau so haben bereits viele Biker auch gedacht, und so sind die Behandlungskosten bereits gedeckt.

Doch auch wenn der erforderliche Betrag bereits zusammengekommen ist, darf auch weiterhin gespendet werden. Denn wie bereits erwähnt, ist eine solche Verletzung nicht innert Wochen rehabilitiert. So wäre es ideal, wenn Truong in ein paar Monaten für weitere Behandlungen nochmals in die USA reisen könnte. Wer spendet, hilft ihr aber nicht nur, sondern hat auch noch die Chance, tolle Preise zu gewinnen, und je höher der Spendenbetrag, desto höher die Gewinnchancen. Eine coole Idee, seinen Spendern danke zu sagen.

www.lorrainetruong.ch/donate

 

Ein Blick «hinter die Mauern»

Was es bedeutet mit einer solchen Verletzung zu leben, können wir uns kaum vorstellen. Lorraine Truong hat uns deshalb einige Fragen dazu beantwortet.

Ride: Lorraine, du bist aktuell in den USA, um dich therapieren zu lassen. Wie geht es dir dort?
Lorraine Troung: Ich brauchte einige Zeit, um die Reise und den Jetlag zu verdauen. Nun habe ich zwei Tage mit Tests und Behandlungen hinter mir. Wegen des Erntedankfesturlaubs bekam ich aber bereits einige Ruhetage. Die Tests haben unter anderem gezeigt, dass sich meine Augen seit den letzten Tests im Januar verbessert haben. Die Ärzte haben nun einen Plan wie es mit meiner Genesung vorangehen soll. Das ist grossartig, auch wenn die Behandlungen sehr anstrengend und schmerzhaft sind.

Anscheinend sind in der Schweiz die Therapiemöglichkeiten für Hirnverletzungen noch nicht so weit fortgeschritten wie in den USA. Was machen die anders und woher haben die ihren Wissenvorsprung?
Sofern ich das richtig verstanden habe, sind ihre Soldaten, von denen viele mit Hirnverletzungen aus dem Krieg nach Hause kommen, einer der Gründe, weshalb sie intensiver auf diesem Gebiet forschen. Dort werden sie nicht nur von Stössen, sondern auch durch Druckwellen von Bomben hervorgerufen. Doch auch in den USA verbreitete Sportarten wie American Football und Hockey bringen sehr viele Fälle von Hirnverletzungen hervor. Dies sind mögliche Erklärungen, weshalb die Behandlungsmethoden hier ausgereifter sind.

Ist es ernüchternd, dass deine Krankenversicherung nicht die bestmögliche Therapie, wie die in den USA, bezahlen will?
Auf eine Weise ja, aber ich kann auch nachvollziehen, dass die Versicherungen belegt haben wollen, dass solche Therapien etwas bringen. Das dauert halt seine Zeit, bis Kosten für neue Behandlungen, die es hierzulande nicht gibt, von den Versicherungen übernommen werden. Ich hoffe, dass mein Fall künftig anderen betroffenen Personen die Deckung der Kosten solcher Behandlungen ermöglicht. Die Crux ist aber auch, dass man den Erfolg solcher Behandlungen nicht mit Sicherheit voraussehen kann. Das macht es für Versicherungen, die nur auf Zahlen schauen, schwer zu quantifizieren und Ausgaben für solche Therapien zu rechtfertigen.

Einfache alltägliche Dinge bereiten dir Mühe. Kannst du uns ein Beispiel nennen, dass wir uns etwas darunter vorstellen können?
Das Zubereiten einer Mahlzeit gleicht manchmal dem Aufbau eines neuen Geschäfts: Es gibt so viel zu tun, dass es für mich unmöglich ist, zu wissen was zu tun ist und wo ich anfangen soll. Ähnlich ist es manchmal, wenn ich am Abend aus meinen Kleidern will. Dass mein Körper das macht was ich möchte, ist oft ausser Reichweite.

Du gehst sehr offen mit deiner Hirnverletzung um und bist trotz allem sehr fröhlich. Wie schaffst du es, stets so positiv zu bleiben?
Nun, innerlich bin ich nicht sehr glücklich. Ich fühle mich eher jämmerlich als fröhlich. Mein Charakter kann nicht helfen, greift aber nach allen Möglichkeiten etwas Glück zu erhaschen. Sind andere Menschen um mich herum, so habe ich die Möglichkeit, mich hinter dem Glücklichsein zu verstecken. Aber innerlich bin ich nicht wirklich glücklich.

Wie schaut für dich aktuell Luxus aus?
Purer Luxus wäre jetzt, eine Stunde mit meinen Freunden Biken oder Skifahren zu gehen und dabei keine Anstrengungen zu spüren. Einfach Spass haben, ohne dafür zu kämpfen müssen.

Gibt es auch etwas Positives an deiner Verletzung?
Da die linke Seite meines Mundes nicht so gut funktioniert und mein Magen oft Luft aufstösst, darf ich ungeniert und laut rülpsen (lacht).

www.lorrainetruong.ch

 

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