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Interview mit Corina Gantenbein

Corina Gantenbein ist die Senkrechtstarterin des Jahres 2013. Sie konnte in ihrer noch jungen Karriere bereits einige schöne Erfolge feiern. Wahrgenommen wurde sie allerdings erst richtig, als sie an den Schweizermeisterschaften der Elite-Frauen überraschend auf den dritten Rang stürmte. Beim diesjährigen Saisonauftakt auf Zypern steht die 27-Jährige Bündnerin beim ersten Rennen des Cyprus Sunshine Cup’s plötzlich auf dem 3. Rang. In jedem dieser Rennen fährt sie weitere Spitzenresultate ein und wird im Gesamtklassement mit dem 2. Rang belohnt. Ride spricht mit ihr über ihren Leistungssprung, Druck und Mountainbiken.

Ride: Seit deiner Bronzemedaille an den Schweizermeisterschaften 2012 kennen dich die meisten. Jetzt stehst du plötzlich inmitten von Spitzenfahrerinnen auf dem Podest des Cyprus Sunshine Cups. Kommt dieser Erfolg für dich überraschend?
Gantenbein: Ich habe schon auf einen guten Saisonstart gehofft, voraussagen kann man dass jedoch nie. Deshalb bin ich erst einmal überglücklich, dass der Saisonauftakt so gut gelungen ist. Den Leistungssprung habe ich allerdings im vergangenen Jahr gemacht. Dort konnte ich ebenfalls am Sunshine Cup in die ersten zehn fahren.
Nach dem Erfolg an den Schweizermeisterschaften habe ich gemerkt, dass noch mehr drin liegt. In diesem Winter habe ich meine Ausdauer gut aufbauen können. Ein Jahr zuvor konnte ich das nicht, da ich gesundheitlich angeschlagen war.

Was hattest Du für gesundheitliche Probleme?
In der Saison 2011 bin ich einfach nie auf Touren gekommen und war ständig krank. Selbst mein Arzt konnte nicht herausfinden, was ich hatte. So entschied ich mich die Saison abzubrechen um mich vollständig erholen zu können. Nach drei Monaten, als die Saison vorbei war, nahm ich das Training wieder auf.

Der zweite Gesamtrang ist ein schöner Erfolg, da richten sich in Zukunft doch einige Augen auf dich, fühlst Du dich deswegen belastet?
Nein, unter Druck fühle ich mich deswegen nicht. Dieser Erfolg hat mir einiges an Selbstvertrauen gebracht. Vorher traute ich mich vor lauter Erfurcht kaum Konkurrentinnen zu überholen die auf dem Papier klar besser sind. Nun muss ich mich definitiv nicht mehr vor denen scheuen und freue ich mich deshalb sehr auf die kommenden Rennen.

Man merkt dir förmlich die Vorfreude an. Auf welche Rennen freust Du dich am meisten?
Ich freue ich mich auf jedes Rennen aber die Vorfreude auf den Cross Country Weltcup überwiegt schon. Dieser gehört auch klar zu meinen Zielen in dieser Saison. Das Grösste wäre eine Teilnahme an den Europameisterschaften in Bern und natürlich an den Weltmeisterschaften in Südafrika.

Steht bei Dir der Weltcup erst seit deiner Spitzenleistung am Cyprus Sunshine Cup in deinem Fokus oder hast Du dieses Ziel schon nach der vergangenen Saison definiert?
Dieses Ziel habe ich zusammen mit meinem Trainer Beni Ruf, nach der Saison 2012 definiert. Im vergangenen Jahr musste ich mich ständig auf den hinteren Startpositionen abkämpfen. In dieser Saison möchte ich mich beim ersten Lauf in Albstadt so weit vorne positionieren dass ich mich Rennen um Rennen weiter nach vorne arbeiten kann. Ein genaues Rangziel habe ich aber noch nicht.

Wie sehen deine Ziele im BMC Racing Cup aus?
Ich hoffe schon dass ich mich dort ganz vorne platzieren kann. Die Besetzung ist von Rennen zu Rennen jedoch so verschieden stark, dass ich mir eher kurzfristige Zielsetzungen machen werde. Ganz allgemein, nachdem ich gesehen habe dass es möglich ist vorne mitzufahren, möchte ich meine Leistungsfähigkeit ausreizen und schauen wie weit ich im Sport komme.

Du arbeitest als Primarlehrerin. Hast Du gute Möglichkeiten für deinen Sport zu trainieren?
Zuerst hatte ich eine Festanstellung in Untervaz. Da war ich aber zu wenig flexibel um früher an die Rennen zu reisen. Seither mache ich nur noch Stellvertretungen und dies hauptsächlich in Davos. Im Herbst arbeite ich meistens um die 100 Prozent. Ab Weihnachten reduziere ich auf 80 und reduziere dann noch mehr auf die Saison hin. So bleibe ich finanziell unabhängig, da ich mit dem Sport noch nichts verdiene.

Hast Du das Ziel einmal Mountainbike-Profi zu werden, sprich nicht mehr arbeiten, nur trainieren, die Welt bereisen und trotzdem genug Geld verdienen?
Momentan stimmt es für mich so wie es ist. Von der Betreuung her bin ich überzeugt dass es nicht besser werden würde. Ich kann mich an den Rennen voll auf das Betreuer-Team verlassen, was mir sehr wichtig ist. Zudem arbeite ich auch gerne auf meinem Beruf (lacht).

Für welches Rennteam fährst Du?
Ich fahre für das Fischer-BMC-Team. Seit dem Jahr 2010 habe ich dort meine sportliche Heimat. Seither ist der Teamchef Beni Ruf auch mein Trainer. Das ganze Team mit Betreuer Roberto, Marlis und Mechaniker Andi haben auch massgebend zu meinen jüngsten Erfolgen beigetragen. Sie haben mich auch 2011, wo die Resultate ganz ausgeblieben sind voll unterstützt und mir keinen Druck auferlegt.

Wie bist Du zum Mountainbike-Sport gekommen?
Mein Vater ist leidenschaftlicher Mountainbiker. Damals ist er die Schweizer Marathon-Serie mitgefahren. Als ich dann 15 Jahre alt war, gingen meine Mutter und ich als Zuschauer an das Swiss Bike Masters, um meinen Vater und meinen Bruder anzufeuern. Dies hat mich so fasziniert dass für mich klar war diesen Sport im Jahr darauf ebenfalls auszuüben.

Du hast zuerst Marathon-Rennen bestritten. Wann hast Du ins Cross Country-Lager gewechselt?
Die ersten fünf Jahre bin ich jeweils die Kurzstrecken der Schweizer Marathon-Serie gefahren. Danach vereinzelt auch Cross Country-Rennen. Ganz umgestiegen bin ich 2010, mit dem Wechsel ins Fischer-BMC Team.

Der Cross Country Rennsport ist doch um einiges anspruchsvoller als die meisten Marathon-Rennen und im Weltcup wird in Sachen Technik meistens noch eine Schippe daraufgelegt. Wie steht es um deine Fahrtechnik, hast Du dich an das hohe Level gewöhnt?
Technisch hatte ich nach meinem Umstieg auf die Olympische Distanz schon einige Mühe. Dadurch dass ich erst mit 16 Jahren begonnen habe, bin auch nicht mehr in den Genuss des «Parcours»-Fahrens gekommen, wo ich alles spielerisch hätte lernen können. In den letzten Jahren konnte aber ich viel von meinem Freund profitieren, mit dem ich oft Freeriden gehe. In Zypern konnte ich auf jeden Fall auch technisch mithalten. Dennoch will ich auch da am Ball bleiben um noch mehr Sicherheit zu bekommen und technische Finessen zu erlernen. Daher ist auch Klosters als Wohnort super. So kann ich nach dem Training auch mal die Seilbahn nehmen um noch ein paar Abfahrten zu trainieren.

Du hast angesprochen dass dir der «Parcours»-Hintergrund fehlt, wenn Du dich mit Fahrerinnen vergleichst die von klein an alle Stufen durchgemacht haben. Das schliesst ja das «Parcours»-Fahren als Trainingsform nicht aus?
Das ist richtig. Wir nutzen diese Trainingsform auch. Von der Bikeschule Davos-Klosters aus gehen wir oft an Abenden zum Geschicklichkeits-Training. Das mache ich nun seit zwei Jahren und hat mir definitiv auch Sicherheit gebracht. Früher bin ich am liebsten nur den Berg hochgefahren. Mittlerweile ist es so, dass ich fast ebenso gerne bergabfahre. Ich feile gerne an meiner Technik und somit brauche ich auch keine Überwindung daran zu arbeiten.

Wo liegen Deine Stärken und wo willst Du dich noch verbessern?
Meine Stärken liegen schon in langen, steilen Aufstiegen. Kurze, steile Aufstiege liegen mir aber auch mehr und mehr. Die Trainingsumstellung vom Marathon aufs Cross Country kommt teilweise erst jetzt zum tragen.

Und wo hast Du noch Schwächen? Wenn ja, willst Du diese überhaupt preisgeben?
An den Schwächen sind wir natürlich am arbeiten (lacht). Ich muss auf jeden Fall noch mehr an der Technik feilen. Im Weiteren arbeite ich an meiner Explosivität dass ich auch für schnelle Starts und unrhythmische Rennen gerüstet bin.

Du sagts Du wohnst in Klosters. Wie beurteilst Du deine Wohnregion als Trainingsgebiet?
Zum Mountainbiken ist es natürlich super hier. Dass ich all die Berge, Trails und auch die Bergbahnen vor der Haustüre habe und diese für mein Training nutzen kann erachte ich als Privileg. Zum Rennradfahren ist die Vielfalt an Strassen halt nicht so gross. Dafür gibt es einige schöne Pässe in der Grossregion die für lange Ausdauerfahrten einladen.

Wie trainierst Du im Winter wenn all die schönen Trails zugeschneit sind und die Strassen teilweise gefährlich glatt oder streusalzverseucht sind?
Ich betätige mich viel in anderen Bereichen wie im Langlaufen oder Skitouren gehen. Beides sind super Trainingsformen, da brauche ich nicht so viel Radtraining. Falls ich doch ein Strassentraining absolvieren will, fahre ich mit dem Auto kurz bis nach Landquart. Im Churer und St.Galler Rheintal ist es dank dem Föhn oft trocken und nicht ganz so kalt. Zudem absolviere ich rund zwei mal zwei Wochen ein Trainingslager unter südlicher Sonne. So bleiben die Beine auch immer schön im Schwung.

Was gefällt Dir am Mountainbikesport?
Neben dem Rennsport fasziniert mich das Entdecken der Berge. Zu meinen Anfängen hiess biken für mich, heute fahre ich auf den und morgen auf den anderen Berg. So bin ich auch zuerst zum Marathon gekommen. Das Ziel war für mich im Kopf immer oben (schmunzelt). Ich bin zudem liebend gerne in den Bergen und geniesse das schnelle Vorankommen mit dem Bike.

Gibt es etwas was Dir am allgemein am Mountainbikesport nicht gefällt?
Eigentlich nicht (lacht)! Der Mountainbikesport gibt mir alles was ich mag und ist prädestiniert für die Region in der ich wohne. Ich bin gerne draussen in der Natur und erlebe mit dem Mountainbike viel, in der Freizeit wie auch an den Rennen. Da finde ich zur Zeit nichts was mir nicht gefallen sollte.

Momentan boomt der Enduro-Rennsport. Da Du oft Freeriden gehst, hast Du schon über einen Disziplinenwechsel nachgedacht?
Vielleicht werde im Herbst ein solches Rennen als Training bestreiten. Am Maxiavalanche-Rennen in Flims zum Beispiel habe ich schon zwei Mal teilgenommen. Es hat mir auch reichlich Spass bereitet, dennoch bleibt es für mich eine Abwechslung und Trainingsform. Mir gefällt es sehr gut im Cross Country Rennsport und deshalb werde ich auch auf dieser Disziplin bleiben.

Wie lange willst Du im Sport bleiben und wo willst Du beruflich hin?
Beruflich würde ich gerne Heilpädagogik studieren. Allerdings schneidet sich diese Ausbildung mit meinen sportlichen Zielen, da Diese ziemlich zeitintensiv ist. Da ich schon so viel in den Sport investiert habe, möchte ich mir diese Chance nicht verbauen. Aus diesem Grund ziehe ich ein Fernstudium vor, wo ich den Master-Abschluss ebenfalls machen kann. Nicht genau als Heilpädagogin aber in einem ähnlichen Bereich. So kann ich mich bestens auf den Rennsport konzentrieren und trotzdem meine freie Zeit gut nutzen, mich für das berufliche Leben nach dem Sport zu wappnen.

www.mtb-raceteam.ch

 

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