Login

00

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Blog: Könnt ihr keine Kurven fahren, oder warum kürzt ihr ständig ab?

Abkürzen ist ein Thema, dass einigen Mountainbike-Kollegen und auch mir schon länger unter den Nägeln brennt. Nennt mich einen Moralapostel, wenn Ihr wollt. Aber ich sage euch in den nächsten Zeilen wieso ihr nicht abkürzen solltet.

Der Rennsport pusht die Mountainbike-Hersteller, immer besseres Material zu bringen, das grobe Trails glättet und uns noch weiter nach oben bringt, wo keine Bergbahnen fahren. Toll! Doch verleitet gutes Material zum schnelleren Fahren, ohne dass eine ausgereifte Fahrtechnik vorhanden ist – oh shit!! Und schon habe ich die zwei eng aufeinanderfolgenden Spitzkehren verpasst und kurzerhand abgekürzt. Das Bike lässt es zum Glück zu, ohne dass ich selbst zu Schaden komme. Das sollte gerade auf Wanderwegen nicht geschehen. Obwohl ich behaupten darf, dass ich mein Bike sehr gut beherrsche – es ist mir auch schon passiert.

In den letzten Jahren sind mir jedoch vermehrt Abkürzungslinien aufgefallen – und zwar dort, wo sie nicht wegen zu schnellen Fahrens zu «entschuldigen» sind. Man kürzt einfach radikal ab, weil die darauffolgende Spitzkehre oder Passage etwas eng, zu verblockt und deshalb nicht so einfach zu meistern ist. Anderorts wird der natürliche Wegverlauf grosszügig abgekürzt. Na klar, das spart Zeit und wer braucht schon Kurven. Ganz ehrlich, ich frage mich schon, was hier genau abgeht. Immer bessere Bikes, die in Kombination mit immer besseren Reifen mehr Grip versprechen, und wir kürzen ab? Könnt ihr nicht mehr Kurven fahren? Oder jagt ihr auf Strava eine Bestzeit? Ich erinnere mich an einen Werbe-Slogan eines Autoreifenherstellers: «Fun is not a straight Line», und genauso ist es doch auch beim Mountainbiken – Kurven sind die Essenz, die die Trail-Fahrt spannend macht und Flow bringt – egal, ob die Kurven weit oder eng sind!

Die Abkürzerei ist für mich und für viele meiner bikenden Kollegen auch aus einem anderen Grund schlecht nachvollziehbar: Sie bringt erhebliche Flurschäden mit sich. Flurschäden, die nicht nur hässlich ausschauen, sondern für Befürworter von Bike-Verboten gar ein Steilpass sind, der glücklicherweise hierzulande kaum angenommen wird. Um zu erkennen, dass die sogenannten «Cut Lines» nicht gerade gut aussehen, dafür muss man nicht mal ein Naturliebhaber sein. Kürzen wir weiterhin munter ab oder fahren sonst aus Gründen der Bequemlichkeit neben der Spur, zerstören wir nicht nur das Landschaftsbild, wir zerstören auch des Singletrailbikers «Lebensraum».

Das Rezept gegen das Abkürzen ist simpel: Auf Wanderwegen erstmal Strava abschalten, etwas Tempo rausnehmen und das Kurvenfahren und Rumzirkeln neu entdecken. Wer es beherrscht, erfährt dann auch in schwierigem Gelände reichlich Flow, und das ganze ohne Abzukürzen. Zudem, je kontrollierter die Fahrweise, desto sicherer fühlen sich die Wanderer, die sogar mal applaudieren – kein Witz, das habe ich schon mehrfach erlebt. Also, lasst euch nicht vom Abkürzen verleiten. Wer die Kurven ausfährt, hat sowieso mehr von der Abfahrt.

 

Kommentare

Hat mir gefallen, den Text zu lesen. Ein wahrhaft kluger Ansatz, nicht noch mehr Angriffsfläche den Nicht-Bikern zu bieten. Fahren wir also die Kurven aus, solange wir das noch ohne Verbote dürfen :)

Bild des Benutzers Gremlin

Hoi Balz

Mir ist das auch schon an diversen Orten aufgefallen. Ich bike seit über 20 Jahren und war bereits auf Wanderwegen unterwegs als biken noch eine Randsportart war. Ich konnte vorallem in den letzten 5 Jahren stetig beobachten wie gewisse Trails nach und nach gelitten haben. Vorallem bekannte Trails und Touren welche oft mit Bahn oder Bus erreichbar sind sind davon betroffen. Die Erosion durch Niederschläge gibt dann den Wegen oft den letzten Rest.

So konnte ich mehrfach beobachten wie von einem Jahr auf das andere solche Abkürzungen entstanden sind, erst in Form einiger Spuren und dann im Folgejahr in Form eines richtigen Grabens.

Aus meiner Sicht stellt sich eh die Frage was mit den natürlichen Trails und Wanderwegen in Zukunft passiert.

Durch Internet hat man heute Zugang zu den besten Touren und Trails. Was früher noch mühsam mittels Karte oder einheimischen Personen zusammengesucht werden musste um eine Tour zu fahren, geht heute per Google Suche in Sekundenschnelle.  

Die Attraktivität gewisser Touren oder Gebiete bemerkt man an der hohen Anzahl der Biker welche man unterwegs antrifft.

Wer aber pflegt die Wege welche wir in der Saison täglich befahren? So vorbildlich wie z.B. Davos wo die Wege gewartet werden ist leider nicht jede Region.

Ich selber liebe natürliche / technische  Wege , abseits von Bahn / Bus und der Masse . Mein Ziel einer Abfahrt ist nicht die Geschwindigkeit sondern der Spass am Kurvenfahren oder halt auch eine technische Passage zu meistern. Gerade bei Spitzkehren lernt man ja nur etwas, wenn man versucht diese auch zu fahren.

Das Abkürzen wird wohl nicht zu verhindern sein. Die einen Biker lieben es um die Spitzkehren zu kurven und etwas flow und Fahrtechnik in das ganze reinzubringen, die anderen Biker erfreuen sich am Gechwindigkeitsrausch und einer möglichst geraden Linie.

Klar ich muss mich auch an der Nase nehmen, ist eine Stelle oder Kurve derart verblockt dass ein Absteigen notwendig wäre und es bietet sich eine Abkürzung an, dann wählt man den Fluss.

Viele Grüsse  Dani

Könnte der Grund für Abkürzungen, blockierte Hinterräder, Rennfahrten und andere Exzesse auf Wanderwegen nicht auch genau bei Ride liegen? Wurde da nicht vor kurzem Mal ein Video auf eurem Portal gepostet das genau diese Art zu fahren zeigt? Ah genau, das war ja heute. Am gleichen Tag wie der Blog-Beitrag ...

Ironie off.
Ich habe absolut nichts gegen die Gehrig Twins und ihre Videos oder bin sonst irgendwie verbittert. Das ein solches Video werbewirksamer ist als wenn defensiv gefahren wird ist schon klar und auch in Ordnung.
Ein bisschen Selbstkritik wäre bei Ride aber mehr als angebracht.
Diesen Blog Beitrag so zeitnah an ein Video welches das genaue Gegenteil zeigt zu posten ist halt trotzdem ziemlich unglücklich. Zumal das Video wohl deutlich mehr Klicks generieren dürfte als der Text.
Schade eigentlich.

Lieber Adrian

Ich finde es gut, dass Ride sowohl eine Meinung vertreten, gleichzeitig aber auch andere Seiten zeigen kann. Wir sind uns selbst in der Redaktion oft nicht einig und bringen dann mitunter mehrere Perspektiven zu einem Thema. Und ich weiss aus eigener Erfahrung sehr genau, dass nicht alle meiner Meinung sind. Und das ist doch gut so.

Nebenbei für dich als Info: Der Bericht von Balz hat das Zehnfache an Views generiert wie der Video!

Ist mir auch schon mehrfach aufgefallen. So auch heute auf dem Trail Chimmispitz/Mastrils. In der Erosion durch Regen-/Schmelzwasser sehe ich dabei die Hauptgefahr.

Was aber die weitaus wichtigere Frage ist, ist der Punkt den Gremlin anspricht. Wer pflegt in Zukunft unsere Trails? Gerade auch die, welche nicht in einer Tourismushochburg wie Davos sind. Niucht jede Region kann sich eine Trailcrew leisten.

Vielleicht liegt es an uns Locals hier Initiative zu zeigen. Aber das ist halt nicht so einfach.

Ich bin auch gar nicht Fan von Abkürzungen. Jedoch habe ich das auf meinen Hometrails mal studiert, und zur Erkentniss gekommen, das meistens der Ursprung der Abkürzung nicht vom Biker erstellt wurden, sondern schon vorher leicht durch Wanderer geschehen ist. Wenn man als Biker in eine enge Kurve kommt, dort hat er die Wahl zwischen dem Hauptweg oder einer kleinen sichtbaren Abkürzung, dann geschied es manchmal, das man die Abkürzung nimmt, vorallem auch , von den hinterherfahrenden Biker, welche nach vorne nicht den Anschluss erwischen. 

absolut ein grosses Thema: alpine Oekosysteme sind fragil und unsere "Spielwiesen" sind halt v.a. dort oben interessant. Jedem klar, dass sichtbare Fahr- /  Bremsspuren für längere Zeit Narben in dieser Natur hinterlassen und von entsprechender Seite der Widerstand gegen uns Biker zunimmt.

Mögliche Abhilfe: Nicht nur unser Arbeitsgerät Bike halten wir "im Schuss" sondern auch dem Wegnetz gönnen wir mal einen Service. Dass dies nicht gratis sein kann, leuchtet ein. Also, wer für's Bike in entsprechender Ausführung sein Geld ausgibt... Warum nicht auch für den Unterhalt der Trail's seinen Teil beitragen? Die Abgabe bei der Bergbahn für die Fahrt nach oben wird der Region direkt gutgeschrieben und obendrein fallen uns Bikern noch paar Bonuspunkte zu. Appelle an die Selbstverantwortung sind nötig und ok, doch geraten diese schnell mal in den Hintergrund, wenn's oben los geht. Alternativ: freiwillig selber zu Pickel und Schaufel greifen? Wohl illusorisch. Sobald Mann / Frau abgereist, ist Thema vom Tisch. Fahrspass auf guten Trail's sind eine Freude. Wenn sich gutes Mit- und Nebeneinander auf gemeinsamen Pfaden einrichten lässt, kommt das in erster Linie uns Bikern zugute.

Fritz

 

 

Ride abonnieren

Gratis-Registrierung
0.00
Franken/Jahr

Online-Zugang

News lesen
Inhalte kommentieren
Newsletter abonnieren

Stelleninserate erfassen
Silber Abo
20.00
Franken/Jahr

Touren-Datenbank

News lesen
Inhalte kommentieren
Newsletter abonnieren

Touren-Details ansehen
GPX-Tracks herunterladen
Gold Abo
55.00
Franken/Jahr

Print-Ausgabe

News lesen
Inhalte kommentieren
Newsletter abonnieren

Touren-Details ansehen
GPX-Tracks herunterladen

Zustellung Ride Magazin
kostenlose Tablet-Version
Gold Abo (2 Jahre)
105.00
Franken/Jahr

Print Ausgabe

News lesen
Inhalte kommentieren
Newsletter abonnieren

Touren-Details ansehen
GPX-Tracks herunterladen

Zustellung Ride Magazin
kostenlose Tablet-Version
Gold Abo (3 Jahre)
155.00
Franken/Jahr

Print Ausgabe

News lesen
Inhalte kommentieren
Newsletter abonnieren

Touren-Details ansehen
GPX-Tracks herunterladen

Zustellung Ride Magazin
kostenlose Tablet-Version
Gönner-Abo
995.00
Franken

lebenslange Laufzeit

News lesen
Inhalte kommentieren
Newsletter abonnieren

Touren-Details ansehen
GPX-Tracks herunterladen

Zustellung Ride Magazin
kostenlose Tablet-Version

lebenslanger Zugriff
lebenslange Zustellung
Willkommensgeschenk